Neun Tage nach dem verheerenden Erdbeben in China hat sich der Schwerpunkt der Rettungsarbeiten weg von der Bergung Verschütterter hin zur Versorgung der fünf Millionen Obdachlosen verlagert.

Zahlreiche Schulen für Flüchtlingskinder wurden am Mittwoch eröffnet, während sich die Regierung fieberhaft darum bemühte, genügend Zelte für die Obdachlosen herbeizuschaffen. Die Rettungskräfte arbeiteten weiter, die Wahrscheinlichkeit, noch Überlebende zu finden, galt jedoch als gering.

Die Menschen in China gedenken der Opfer des 12. Mai. (© Foto: rtr)

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Seit dem Beben der Stärke 7,9 am 12. Mai sind umgerechnet 1,1 Milliarden Euro gespendet worden. Die Regierung und die Anti-Korruptionsabteilung werde die Verwendung der Gelder präzise überwachen, um Missbrauch zu vermeiden, erklärte das Kabinett in Peking. Bislang haben die Behörden 40.000 Tote registriert, sie befürchten aber insgesamt mindestens 50.000 Opfer.

Für Kinder aus den zerstörten Orten rund um das Epizentrum in der Provinz Sichuan wurden inzwischen einige provisorische Schulen eröffnet. "Das Wichtigste ist es, den Kindern wieder ein Gefühl der Normalität in ihrem Leben zu vermitteln", sagte Zhu Jiang von der Stadtverwaltung Chengdu, der als Sprecher eines Flüchtlingslagers in Mianyang nördlich der Millionenmetropole arbeitete. "Wir wollen nicht, dass sie sich wie Flüchtlinge fühlen".

Die Behörden begannen damit, Verletzte in Krankenhäuser außerhalb der Region zu verlegen. Auch Hilfe aus dem Ausland, besonders Ärzte und Feldlazarette, kam inzwischen im Krisengebiet an. Rund 250.000 Menschen wurden bei dem Erdbeben zum Teil schwer verletzt. Bis zu fünf Millionen Menschen brauchen dringend Notunterkünfte, wie die Regierung am Dienstag erklärte.

Es fehlten immer noch mehrere hunderttausend Zelte. Die Lieferanten arbeiteten zwar rund um die Uhr, kämen aber kaum mit der Produktion nach. Für die kommenden Tage sagten Meteorologen am Mittwoch weiter starken Regen voraus.

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(AP/dpa/jüsc)