Die Nerven liegen blank: Morgen um 5 Uhr soll die dramatische Rettungsaktion der 33 eingeschlossenen Bergleute in der chilenischen Wüste beginnen. Die Operation, die weltweit live im Fernsehen übertragen wird, ist minutiös geplant.
Hoffen, Nägel kauen, beten: Die in einem chilenischen Bergwerk eingeschlossenen Kumpel und ihre Angehörigen warten mit zunehmender Ungeduld auf den Beginn der für die Nacht zu Mittwoch geplanten Rettungsaktion. Inzwischen gibt es einen offiziellen Termin für den Beginn der Rettung: Um Mitternacht (5.00 Uhr in Deutschland) werde der erste Retter in die Tiefe hinabgelassen, teilte Bergbauminister Laurence Golborne am Bergwerk San José mit. Es soll etwa eineinhalb bis zwei Tage dauern, bis alle 33 Bergleute aus 624 Meter Tiefe an die Oberfläche gezogen sind.
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Kurz vor Beginn der Rettungsaktion liegen die Nerven blank im Camp Esperanza. Carlos und Tabita Galleguillos sind Verwandte des eingeschlossenen Bergarbeiters Jorge Galleguillos. (© AP)
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Momentan bekommen die Bergleute spezielle Nahrung, damit sie besser auf die Auffahrt vorbereitet seien, sagte Gesundheitsminister Jaime Mañalich. Drei Psychologen werden zudem mit jedem einzelnen der Eingeschlossenen sprechen, um festzulegen, in welcher Reihenfolge die Männer an die Oberfläche gezogen werden sollen. Die katholische Kirche des südamerikanischen Landes rief unterdessen die Gläubigen zu Gebeten auf, bis auch der letzte Kumpel gerettet ist.
Die Operation San Lorenzo - benannt nach dem Schutzheiligen der Bergarbeiter - ist bis ins Detail geplant: In der Nacht zu Mittwoch soll zunächst ein Sanitäter der Polizei in die Tiefe hinabgelassen werden. Er und drei weitere Kollegen von der Marine sollen die Lage unter Tage sondieren, letzte Informationen über die Reihenfolge der Rettung sammeln und den Kumpeln die Kapsel erklären. 16 Männer halten sich für diese Aufgabe bereit. Ein Bericht der Bild-Zeitung, demzufolge zwei Kapseln nicht durch den Schacht passten, wurde nicht bestätigt.
An der Oberfläche angekommen, werden die Männer von einem Arzt untersucht, medizinisch betreut und können sich waschen. Dann kommt das sehnsüchtig erwartete Wiedersehen mit engsten Familienangehörigen.
Immer vier Kumpel werden anschließend in Hubschraubern in das Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt Copiapó geflogen. Dort erhalten sie Schlafanzüge mit dem aufgedruckten Stern der chilenischen Flagge und der Aufschrift "33". Die Zahl taucht im Zusammenhang mit dem Grubenunglück immer wieder auf, viele Chilenen halten sie für ein metaphysisches Zeichen: 33 Männer wurden verschüttet und der Bohrer vom Typ Schramm brauchte 33 Tage für die Bohrung eines Rettungsschachtes. Gerettet werden sollen die Männer ab diesem Mittwoch, dem 13.10.10, was die Menschen rund um das Bergwerk ebenfalls zu 33 addieren.
Nach einer eingehenden Untersuchung könnten die Bergleute je nach Gesundheitszustand nach einem bis zwei Tagen nach Hause entlassen werden.
In einer Erklärung baten die Männer, die ersten Tage mit ihren Familien in Ruhe verbringen zu können. Fragen von Journalisten würden sie dann später gerne beantworten.
Ein Teil der Familien plane einen Kurzurlaub in Ferienhäusern im Süden und Norden des Landes, was die Psychologen auch sehr empfohlen hatten.
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FKK-Slackliner Alexander Schulz