Den verheerenden Bränden in Australien sind bislang schon mehr als 130 Menschen zum Opfer gefallen. Die Behörden vermuten Brandstiftung - Regierungschef Rudd findet dafür deutliche Worte.
Dem verheerendsten Feuerinferno der jüngeren Geschichte Australiens sind nach Polizeiangaben vom frühen Montagnachmittag (Ortszeit) bisher mindestens 131 Menschen zum Opfer gefallen.
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Feuerwehrmänner kämpfen rund um die Uhr gegen die Flammen - trotzdem konnten sie den Tod von mehr als 120 Menschen nicht verhindern. (© Foto: AP)
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Die Zeitung The Australian berichtete, dass mindestens 230 Tote zu befürchten seien. Diese Zahl sei bei einem Krisentreffen genannt worden. Das Blatt schrieb, Polizei und Feuerwehr würden an diesem Montag in einige der am schlimmsten betroffenen Gebiete vordringen.
Unterdessen arbeiten die Behörden des Bundesstaats Victoria mit Hochdruck daran, Tausende Obdachlose mit dem Notwendigsten zu versorgen, berichtet der Fernsehsender ABC auf seiner Internetseite. Die Opfer sollen zunächst eine Soforthilfe in Höhe von 1000 australischen Dollar (knapp 520 Euro) für Lebensmittel und Kleidung erhalten.
Ganze Ortschaften legte die Feuersbrunst in Schutt und Asche. Etwa 750 Häuser und unzählige Autos brannten aus. Auch am Montag loderten noch etwa 30 Brände in Victoria. Möglicherweise wird es noch Tage dauern, bis alle Feuer unter Kontrolle sind.
Da die Windrichtung häufig nicht voraussagbar sei, würde die Lage auch in den nächsten Tagen gefährlich bleiben. Abgebrannt sind bereits 3300 Quadratkilometer. Das entspricht der Fläche von Hamburg und dem Saarland. Zehntausend Brandbekämpfer unterstützt von Flugzeugen und Hubschraubern sind unermüdlich im Einsatz.
Zwei mutmaßliche Brandstifter angeklagt
Die Behörden vermuten, dass häufig Brandstifter am Werk waren. Der australische Ministerpräsident Kevin Rudd sagte, das Legen von Bränden sei "Massenmord". Die Polizei betonte, Brandstifter müssten mit Mordanklagen rechnen. Das gesamte Brandgebiet werde als Tatort angesehen und es würden entsprechende Ermittlungen eingeleitet.
Unterdessen ist ein 31 Jahre alter Mann wegen Brandstiftung in Peats Ridge an der Küste des Bundesstaates New South Wales angeklagt worden. Nach einer Nacht in Untersuchungshaft sollte er am Montag dem Richter vorgeführt werden.
Einem 15-jährigen Jungen wurde vorgeworfen, durch Zündeln ein kleines Buschfeuer in den Blue Mountains bei Sydney ausgelöst zu haben. Er wurde am Sonntag gegen Kaution freigelassen und muss im März vor Gericht erscheinen.
Die beiden mutmaßlichen Brandstifter seien nicht für den Tod von Menschen verantwortlich, teilte die Polizei mit. Sie vermute aber hinter einigen der schlimmsten Brände im Nachbarstaat Victoria, wo bislang sämtliche Todesfälle zu beklagen waren, Brandstiftung.
Polizeikommissarin Christine Nixon sagte dem Radiosender ABC, alle Waldbrandgebiete würden auf Brandstiftung untersucht. Im Kinglake-Gebiet, wo hunderte Häuser zerstört wurden, wurden Ermittlungen eingeleitet.
Hitze um die 45 Grad
Starke Winde und große Hitze um die 45 Grad treiben seit Freitag die Flammenwalze voran. In den Feuern der vergangenen Tage starben mehr Menschen als bei den Wald- und Buschbränden am "Aschermittwoch" im Jahr 1983, als 75 Menschen umkamen, und am "Schwarzen Freitag" 1939, als 71 Tote gezählt wurden.
Unter den Todesopfern ist auch ein prominenter Nachrichtensprecher. Brian Naylor berichtete vor 26 Jahren über die bis dahin größte Brandkatastrophe und ist nun mit seiner Frau verbrannt.
Ein Arzt vom Alfred Hospital in Melbourne berichtete, die Straßen in den betroffenen Gebieten seien gesäumt von Autos, die in Panik verlassen wurden. In Autowracks wurden verkohlte Leichen entdeckt. "Man wird vermutlich noch zahlreiche Menschen finden, viele von ihnen dürften nicht überlebt haben", sagte der Mediziner.
Nach Angaben des staatlichen Meteorologen Terry Ryan sind die Feuer so stark, dass sie ihr eigenes Wetter schaffen: "Wir nennen das einen Pyrokumulus." Dabei reißt die heiße Luft Asche mit nach oben. Die entstehenden dunklen Wolken erinnern an einen Gewittersturm.
In Melbourne wurden Temperaturen von 46 Grad gemessen. Der Wind trieb Rauch auch über Australiens größte Stadt Sydney. Dort herrschten an drei aufeinanderfolgenden Tagen Temperaturen von mehr als 40 Grad - ein Hitzerekord. Um weitere mutwillig gelegte Brände zu verhindern, schlossen die Behörden mehrere Nationalparks.
Im Nordosten kämpften die Helfer dagegen nach starken Regenfällen gegen die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Große Teile von Queensland - etwa eine Million Quadratkilometer - waren betroffen. Dutzende Häuser wurden zerstört. Wegen der überfluteten Straßen konnten Rinderherden nicht mehr mit Futter versorgt werden.
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(AFP/dpa/gal)
Kanzlerin Merkel und die Macht
@bgresser: Sollange man auf abgenrannten Wäldern bauen darf werden Menschen ihre Ländereien anzünden um Bauland zu bekommen. Solche Menschen wegen Mordes/versuchten Mordes zu belangen finde ich absolut ok.
Was würde geschehen, wenn solche Brandstifter mit den Folgen ihrer Frivolität konfrontiert werden und sie die Filme sehen, wie es den Menschen geht, die zum Opfer geworden sind.
Solange ein Täter vor dem Miterleben der Folgen seines Tuns bewahrt bleibt, wird die nachlassende Abschreckung einer Strafe weiteren Versuchungen kaum Stand halten können.