Sie haben sich kinderpornografische Bilder per Mobiltelefon geschickt: Die Polizei hat bei über 450 Razzien in Deutschland Beweise gesammelt.

Erstmals ist in Deutschland ein Ring von Pädophilen gesprengt worden, der Kinderpornografie per Mobiltelefon verbreitet hat. In Niedersachsen gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kassel am Freitag Razzien bei 56 Verdächtigen.

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In Deutschland wurde ein Ring von Pädophilen gesprengt, der Kinderpornografie per Mobiltelefon verbreitet hat. (© Foto: ddp)

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In ganz Deutschland seien am Dienstag und Mittwoch bei 465 Razzien Zehntausende Telefone, Computer und Datenträger beschlagnahmt worden, hieß es. Festnahmen habe es bei der "Operation Susi" nicht gegeben.

"Es ist nicht der größte Fall in der deutschen Geschichte, aber er hat eine ganz außerordentliche Dimension. Und zum ersten Mal sind MMS (Bild-SMS) im großen Umfang zur Verbreitung genutzt worden", hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Nach Nordrhein-Westfalen (85) und Bayern (76) gab es in Niedersachsen die meisten Razzien. Nähere Angaben zu einzelnen Regionen wollte die Staatsanwaltschaft nicht machen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

"Jeden Fall einzeln prüfen"

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Hans-Manfred Jung gestalteten sich die Ermittlungen als außerordentlich schwierig. "Die Gerichte mussten für die Durchsuchungsbefehle jeden Fall einzeln prüfen", sagte Jung. Die Fälle würden jetzt einzeln geprüft und dann zur Anklage gebracht.

Gegen den Großteil werde wegen des Besitzes oder der Beschaffung von Kinderpornografie ermittelt, was Strafen von bis zu zwei Jahren nach sich ziehen könne. Für die Verbreitung der Dateien drohen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren. "Wir suchen aber auch Hinweise nach einem tatsächlichen Missbrauch und das würde dann strafrechtlich in einer ganz anderen Liga spielen", sagte Jung.

An den Durchsuchungen in allen 16 Bundesländern waren etwa 1000 Polizisten beteiligt. Dabei seien mehr als 600 Telefone, mehrere Hundert Computer, Tausende Festplatten, USB-Sticks und Speicherkarten und mehr als 16 000 CDs, DVDs und auch einige Videos beschlagnahmt worden.

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(dpa/segi/hai)