Wieder ist ein Schiff vor der Küste Somalias entführt worden. Die Bundesregierung plant nun die Ausweitung des Marineeinsatzes.
Deutschland will sich mit bis zu 1400 Soldaten an der geplanten EU-Operation Atalanta gegen Piraterie vor der somalischen Küste beteiligen. Darauf haben sich nach Angaben aus Regierungskreisen vom Dienstag die vier beteiligten Ministerien - Auswärtiges Amt, Verteidigungs-, Innen- und Justizministerium - geeinigt. Der genaue Text des Mandates, das vom Bundestag genehmigt werden muss, soll bis Ende der Woche fertig sein.
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Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern": Piratenjagd vor Somalia (© Foto: ddp)
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Dieser Text muss auch mit dem Entwurf des Operationsplans der EU abgestimmt werden, der mittlerweile den teilnehmenden Staaten zur Stellungnahme vorliegt. Mit einer Einigung auf den Operationsplan innerhalb der EU wird bis spätestens zum 5. Dezember gerechnet. Nach diesem Zeitplan könnte das deutsche Mandat am 10. Dezember im Bundeskabinett und am 19. Dezember im Bundestag verabschiedet werden.
Der Rahmen von 1400 Mann ist großzügig bemessen. Nach den Erfahrungen mit knappen Kontingent-Obergrenzen habe man nicht zu kleinteilig planen wollen, hieß es in den Regierungskreisen. Jetzt ist vorgesehen, die Fregatte Karlsruhe, die derzeit in Ägypten liegt, für die EU-Mission abzustellen. Außerdem soll die Fregatte Mecklenburg-Vorpommern, die zur Zeit im Rahmen der Operation Enduring Freedom am Horn von Afrika eingesetzt ist, zeitweilig auch für Atalanta abgezogen werden können.
Vereinbart sind nun auch die Beteiligung der Bundespolizei und der Umgang mit etwaigen Gefangenen. Nach deutschem Recht ist die Bekämpfung der Piraterie Aufgabe der Polizei und nicht des Militärs. Wenn deutsche Marinesoldaten künftig Piraten gefangen nehmen sollten, muss mit dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam und mit der in Deutschland für Seeräuberei zuständigen Staatsanwaltschaft Hamburg geklärt werden, ob wichtige deutsche Belange berührt sind. Das wäre der Fall, wenn etwa deutsche Staatsbürger als Geiseln genommen wären.
Dann würden Bundespolizisten ins Seegebiet vor Somalia geflogen, um die Gefangenen zur Haftprüfung und gegebenenfalls Untersuchungshaft nach Deutschland zu bringen. Sind keine deutschen Interessen unmittelbar berührt, würden Gefangene entweder einem anderen betroffenen Staat oder einem Anrainerstaat überstellt.
Die gesetzliche 24-Stunden-Frist zur Vorführung von Verdächtigen vor einem Haftrichter soll erst dann einsetzen, wenn die Piraten aus dem Gewahrsam der Bundeswehr in die Zuständigkeit der Bundespolizei übergeben werden. Die Dauer des Bundeswehrgewahrsams ist nach Übereinkunft in der EU nicht befristet. Auch können gefangene Piraten nicht um Asyl nachsuchen.
Unterdessen haben Piraten im Golf von Aden einen weiteren Frachter, diesmal aus dem Jemen, gekapert. Keine Fortschritte gab es bei den Bemühungen, den entführten saudi-arabischen Supertanker Sirius Star freizubekommen. Die kenianischen Behörden richteten sich darauf ein, dass es bei einer etwaigen Befreiungsaktion auf der Sirius Star zu einer Umweltkatastrophe kommen könnte.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
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(SZ vom 26.11.2008/grc)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
Lasst die Bundeswehr um Gottes Willen zu hause. Hafenrundfahrten machen lassen, das dürfen die.
Die Piraten werden durch die Bundeswehr nicht abgeschreckt, sondern eher angelockt. Mit diesen Befugnissen kannst du doch noch nicht einmal Taschendiebe packen. Womöglich werden die noch selbst gekapert. Wenn die dann ein böses Wort sagen, lässt sich Ströbele einen Bericht kommen.
Schon gut dass Deutschland keine Flugzeugträger hat, die Nicht-Erledigung der Aufgaben ist mit kleineren Booten billiger.
Allerdings gäbe es eine Lösung - eine typisch deutsche: Geld mitnehmen und zu Lasten des deutschen Steuerzahlers die Schiffe vor Ort auslösen. Besser gleich Bar, als per Überweisung über die KfW. Die hängen möglicherweise versehentlich noch eine Null an.
@rumburak:
Also da hab ich in der Schule was anderes gelernt: Es war es nicht wirklich Pompeius, der die Piraten besiegt hat - er hatte eigentlich damit nicht viel mehr zu tun, als dass recht unbekannte Seestreitkraftsoffiziere das in seinem Namen erledigt haben, ohne das er aktiv involviert war - sondern es haben nur etliche Geschichtsschreiber den damaligen Kriegshelden Pompeius damit gerühmt anstatt die wirklich verantwortlichen Seeoffiziere, denn die waren einfach nicht populär genug (die in Rom keinen hohen Stand hatten: Rom sah sich als Landmacht; man war zwar auch zu Wasser hoch erfolgreich, doch diese Siege hatten nie annähernd das Prestige eines Sieges zu Lande. Ausserdem war eine Vielzahl der "römischen" Seestreitkräfte angeheuerte Ausländer - da hat man den Sieg doch lieber einem römischen Adeligen angedichtet).
@patch03, wtf:
Es geht in dem Fall doch weniger darum, deutsche Schiffe bzw. Schiffe deutscher Reedner zu beschützen, sondern darum, dass sich eine von den meisten Staaten anerkannte (wenn auch mit Zähneknirschen) Regierung an die Weltöffentlichkeit wendet und sagt: Wir haben hier ein Problem mit unseren Gewässern und Häfen, das wir selber nicht lösen können, also bitte unterstützt uns. Und die größeren Nationen helfen aus. Wo ist das Problem? Wenn wir schon einer Regierung wie der von Puntland, die bei extrem geringen Ressourcen und nahezu nicht vorhandener Infrastruktur vor riesigen Problemen steht, auf ihre Bitte um Hilfe nicht antworten, ja wem denn dann? Ist ja nicht so, als ob wir gegen den Willen der Somalis deren Seegebiet "feindlich besetzen" würden. Und für unsere Marine ist das sicherlich eine sinnvollere Beschäftigung, als die Ostsee zum xten mal rauf und runter zu fahren!
Da geben wir also in Zukunft schön viele Steuergelder dafür aus, den Öl-Multis die Transportwege zu sichern, für das Zeug, dass sie uns dann anschließend teuer verkaufen und mit dem wir die Umwelt verpesten. Toll!
Wie wär's, wenn die Regierung das Geld eher den Solardachherstellern schenkt, die damit im Gegenzug jedes Haus in Deutschland umsonst mit Solardächern ausrüstet.
Dann können die Piraten anschließend soviele Supertanker klauen, wie sie wollen, unsere Häuser heizen wir mit Solarstrom und tanken damit auch unsere Elektroautos auf.
Aber da werden wohl leider die Energiepolitischen Einflüsterer unserer Regierung was dagegen haben.
Da ist es wohl besser, wenn unserere Kriegsmarine auf Piratenjagd gehen darf. Positiver Nebeneffekt: So ein Schiffsdiesel verbraucht ja auch ein paar Liter. da freut sich der Multi.
Wenn deutsche Soldaten "Schiffe deutscher Reeder" als Sicherungskommandos beschützen sollen, hoffe ich mal, dass es sich um unter deutscher Flagge fahrende Schiffe handelt. Ich fürchte aber, dem ist nicht so.
Mal wieder das alte Muster, diesmal bei Schiffen: Die Reeder flaggen ihre Schiffe als solche von Bananenrepubliken aus, zahlen in Deutschland keine Steuern und halten sich nicht an deutsche Gesetze, aber wenn es brenzlig wird sollen wir deutschen Steuerzahler und Soldaten trotzdem unseren Kopf hinhalten oder bezahlen. Das sehe ich nicht ein.
Warum nicht aus der Situation eine politische Kampagne basteln, um die Schiffe wieder unter die deutsche Flagge zu holen? Man könnte das Problem, welches wegen der Piraten gerade Medienaufmerksamkeit genießt, auf die Tagesordnung holen und klar sagen "Wir beschützen Schiffe unter unserer Flagge, Schiffe unter der Flagge von Trinidad und Tobago werden von der dortigen Regierung geschützt - oder halt nicht". Warum macht das kein Politiker? Sind die alle gekauft? Kann doch alles nicht wahr sein!
Marine ja, - aber Einsatz??
Die Inder hatten einen erfolgreichen Marineeinsatz - sie haben die Piraten versenkt!
(Ui, bin ich so was von brutal)
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