Britische Royals veröffentlichen FAQ Eier, wir brauchen Eier

Begnügt sich mit einem Frühstücksei, ist trotzdem super drauf: Prince Charles.

(Foto: Getty Images)

Prinz Charles lässt tief blicken in einem royalen Frage-Antwort-Katalog. Der Thronfolger räumt endlich mit sämtlichen Mythen rund um seine Frühstücksgewohnheiten auf. Und gibt auf seiner Homepage sogar noch 25 weitere Antworten auf Fragen, die vielleicht nie gestellt wurden. Das Empire ist erleichtert.

Eine Glosse von Matthias Kohlmaier

Prince Charles müsste man sein. Am Morgen rollt man sich aus dem Bett, ein Diener bringt die Pantoffeln, ein anderer putzt - falls nötig - das royale Näschen, die Vorhänge werden zurückgezogen. Das mit den Bettpfannen ist vermutlich ein Relikt vergangener Zeiten. Das Beste an diesem wundervollen Morgen kommt aber noch.

Denn auch für den walisischen Prinzen gilt: Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Hat Mama Elizabeth schon immer gesagt. Und seit 2006 weiß jeder ordentliche Brite eines mit Bestimmtheit: Der Erbe des Empire steht auf Eier.

Sieben Stück lässt er sich davon grundsätzlich servieren, hat einst ein gewisser Jeremy Paxman in seinem Buch On Royalty behauptet. Und nachdem schon aus der Werbung für Überraschungseier bekannt ist, dass nur jedes siebte Ei etwas Gutes beinhaltet, testet Charles in aller Ruhe sein weichgekochtes Septett. Am Ende heißt es: Das Gute ins Töpfchen, die sechs anderen ins Kröpfchen. So zumindest malte sich das der nicht-blaublütige britische Ein-Ei-Esser bislang aus.

Aber jetzt ist plötzlich alles anders: Die britischen Thronfolger nebst Anhang - Charles und Camilla, William und Kate sowie Harry - haben nämlich auf ihrer Internetseite einen Frage-Antwort-Katalog veröffentlicht. Ein FAQ, wie es neumodisch heißt. Auf 26 in den royalen Augen drängende Fragen wird dort mehr oder minder detailliert Auskunft gegeben. Eine der Antworten: Der Prinz lässt sich nie sieben Eier gleichzeitig bringen, zu keiner Tageszeit.

Gott - oder vielmehr der Queen - sei Dank, dass diese Eier-Affäre nun endlich aufgeklärt ist. Das Empire ist zu Recht erleichtert. Was wäre in Deutschland nur los gewesen in so einem Fall? Allein die Vorstellung, wie Helmut Kohl vor sieben Portionen Pfälzer Saumagen sitzt und davon am Ende sechs wegschmeißt. Oder Gerhard Schröder, dem sieben Flaschen Bier aufgetischt werden, von denen er sich nur eine einverleibt. Der gemeine Wähler wäre, zu Recht, außer sich. Der gute Saumagen, das schöne Bier - zur Staatskrise hätte nicht viel gefehlt.

Camilla? Raucht schon längst nicht mehr

Aber zurück zu den Herrschaften auf der Insel. Die geben in den 26 Antworten auf vielleicht nie gestellte Fragen noch einiges preis. Camilla zum Beispiel, deren Tampon Charles dereinst so gern gewesen wäre, hat sich das Rauchen schon vor Jahren abgewöhnt. Und ihr Gatte hat gar nichts gegen moderne Architektur, außerdem bezahlt der Prince of Wales selbstverständlich Steuern.

Nachdem sich der Weltbürger kurz an die Stirn gefasst hat, kann man sich nach so vielen Antworten wieder den viel interessanteren Dingen zuwenden. Nämlich den Fragen, die Charles sich selbst wohl am häufigsten stellt: Warum eigentlich ist die halbe Welt so scharf auf die Schwester meiner Schwiegertochter? Von welchen Ländern wäre ich der Chef, wenn die Mama mich irgendwann mal lässt? Und beim Aufschlagen der Zeitung (die allmorgendlich bestimmt noch ein Bediensteter ans Bett bringt): Ob Harry schon wieder irgendeinen Blödsinn angestellt hat? Darauf erst mal ein weiches Ei.