Auf Nummer Sicher: Das britische Familienministerium warnt vor weihnachtlichen Gefahren. Dazu zählen beschwipste Großmütter und zu schnell geöffnete Geschenke.
Stille Nacht, heilige Nacht? Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen? Von wegen. Wer glaubt, dass Weihnachten ein ruhiges Fest ist, der darf sich von der britischen Regierung eines Besseren belehren lassen.
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Dramatik pur zur Weihnachtszeit: In Großbritannien werden zwar keine Schilder aufgestellt (Symbolbild), dafür aber Faltblätter verteilt, die vor unruhigen Festtagen warnen. (© Foto: istockphoto)
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Das Christfest, so erfahren Last-Minute-Käufer in den Fußgängerzonen des Königreiches, ist vermutlich eine der gefährlichsten Perioden des ganzen Jahres. Zu keiner anderen Zeit wimmelt es geradezu so sehr von potentiellen Verletzungsgefahren - brennende Kerzen, heiße Bratensoßen, spitze Scheren, und - nicht zu vergessen - elektrische Baumbeleuchtungen.
Mehr als 150.000 Flugblätter hat das Ministerium für Kinder und Familien produziert, die kurz vor dem Fest in Einkaufszentren verteilt werden sollen. Dass sie wie Adventskalender gestaltet sind, mag ihre Attraktivität drei Tage vor dem letzten Fensterchen mindern; doch was sie an Aktualität vermissen lassen, machen sie durch Dramatik wett. Wenn etwas schiefgehen kann, so die Botschaft, dann geht es auch schief - vor allem zu Weihnachten, wenn man "über all der Aufregung" leicht einfachste Sicherheitsvorkehrungen übersehen könne.
Die Autoren haben offensichtlich an alles gedacht, auch an jene Pannen, an die kaum jemand denken würde. So aber weisen sie fürsorglich darauf hin, dass "beschwipste" Großmütter leicht die Treppen hinunterstürzen könnten. Nicht nur die ältere Generation laufe das Risiko, sich wegen übermäßigen Alkoholgenusses neben den Stuhl zu setzen und auf den Boden zu plumpsen. Letal können auch gut verpackte Geschenke sein - wenn man sie allzu hastig mit spitzen Gegenständen zu öffnen versucht.
"In der festlichen Zeit sollen sich Familien ihrer Geschenke, guten Essens und ihrer Gesellschaft erfreuen", meinte Baroness Morgan von Drefelin, die für Kinder zuständige Staatssekretärin. "Das Letzte, was man sich da wünscht, ist ein Besuch im Krankenhaus als Folge eines Unfalls, der mit ein klein wenig Nachdenken hätte vermieden werden können." Das Flugblatt solle daran erinnern, dass Weihnachten "eine Zeit für Freude und Gelächter und nicht für Tränen" sei.
Wer hätte das gedacht? Der Fairness halber sei erwähnt, dass die meisten Warnungen - wie alle Jahre wieder - tatsächlich notwendig sind. Dazu gehören Ermahnungen, Kerzen auszublasen, bevor man ins Bett geht oder das Haus verlässt; darauf zu achten, dass Kleinkinder keine Batterien oder Kleinteile von Spielzeug verschlucken, und dass defekte Kabel zu Kurzschlüssen führen können.
Nicht nur in England melden die Notaufnahmen von Kliniken jedes Jahr zu Weihnachten einen Ansturm von Patienten. Nach Angaben der britischen Gesellschaft zur Verhütung von Unfällen verletzen sich alljährlich 2000 Menschen beim Schmücken ihrer Weihnachtsbäume oder ihrer Häuser. Das schließt noch nicht einmal Unfälle mit der Beleuchtung ein: Die einen fallen von der Leiter, die anderen holen sich elektrische Schläge, und Kinder verspeisen mitunter die kleinen Birnen an den Lichterketten.
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