Der Deutsch-Libanese el-Masri ist wegen vier Delikten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zuvor war er für voll schuldfähig erachtet worden.

Der Deutsch-Libanese Khaled el Masri (44) ist vom Landgericht Memmingen wegen Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Hausfriedensbruch zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

El-Masri, Brandstiftung, rtr

Khaled el-Masri bei der Eröffnung seines Prozesses in Memmingen (© Foto: rtr)

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Der wegen seiner Verschleppung durch den US-Geheimdienst CIA nach Afghanistan bekannt gewordene el-Masri hatte die ihm zur Last gelegten Straftaten gestanden. Das Gericht folgte damit am Dienstag der Forderung der Staatsanwaltschaft. El-Masris Verteidiger hatte eine Bewährungsstrafe von 20 Monaten gefordert.

El-Masri hat der Anklage zufolge im Mai dieses Jahres in einem Großmarkt in Neu-Ulm mit drei Kanistern Benzin Feuer gelegt. Zuvor hatte er die Eingangstür zu dem Gebäude mit einem Auto zerstört. Nach der Tat ließ er sich von der Polizei widerstandslos festnehmen. Im Januar soll el-Masri zudem in Ulm bei einem Streit einen Ausbilder erheblich verletzt und eine Beschäftigte in einem Markt beleidigt haben.

Er hatte die ihm zur Last gelegten Straftaten gestanden und indirekt seine Entführung durch den US-Geheimdienst CIA 2004 nach Afghanistan dafür als Ursache angeführt.

Vor der Urteilsverkündung hatte ein Gutachter vor dem Landgericht gesagt, es gebe keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit el-Masris. Damit widersprach er einem früheren Gutachten, das dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit attestiert hatte.

Allerdings sei der 44-jährige Angeklagte wegen seiner Verschleppung durch den US-Geheimdienst CIA nach Afghanistan traumatisiert, seine Persönlichkeit habe sich verändert. Während der Brandstiftung in Neu-Ulm habe sich el-Masri in einer "akuten Belastungssituation" befunden und sei nur vermindert steuerungsfähig gewesen.

Außerdem wurde bekannt, dass el-Masri vor dem Prozess während seines Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik in Hungerstreik getreten war. Zehn Tage lang verweigerte er die Nahrung. Dadurch wollte er, wie er sagte, Kontakt zu Staatsanwaltschaft und Gericht erzwingen. Es sei ihm darum gegangen, Klarheit über die von ihm vermutete andauernde Verfolgung durch Geheimdienste zu bekommen.

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(dpa/AP/maru/bosw)