In den Ermittlungen zur Brandursache in Ludwigshafen verfolgt die Polizei eine neue Spur: Dem Spiegel zufolge soll der Brandherd offenbar im Keller des Gebäudes liegen.

Eine Woche nach der schweren Feuerkatastrophe von Ludwigshafen wachsen die Zweifel an Zeugenaussagen über einen Brandstifter im Flur des Hauses. Inzwischen vermute die Polizei den Brandherd im Keller des von Deutsch-Türken bewohnten Gebäudes, berichtete das Magazin Der Spiegel am Samstag vorab unter Berufung auf Brandermittler der Polizei.

Wohnhausbrand in Ludwigshafen; dpa

Nach Angaben des "Spiegel" vermuten Ermittler die Ursache des Brandes in Ludwigshafen im Keller des Gebäudes. (© Foto: dpa)

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Sie stützten sich auf Angaben eines älteren Bewohners, der von seinen beiden Enkeltöchtern auf Brandgeruch aufmerksam gemacht worden und im Erdgeschoss auf eine brennende Kellertür gestoßen sei. Eine Angehörige der Opfer und ein früherer Mieter berichteten von einer seit Jahren maroden Haus-Elektrik.

Die Ermittlungen gingen in alle Richtungen, keine Ursache werde ausgeschlossen, sagte eine Polizeisprecherin. Deshalb wollte sie sich auch nicht zu Medienberichten äußern, wonach die Ermittler sich auf die Stromleitungen in dem alten Mehrfamilienhaus konzentrierten. Die Polizei kündigte an, die Staatsanwaltschaft werde Anfang nächster Woche neue Erkenntnisse bekannt geben.

Die Aussagen des Großvaters nähren dem Spiegel zufolge erhebliche Zweifel an der bisherigen Darstellung der beiden Mädchen, sie hätten einen unbekannten Mann im Hausflur dabei beobachtet, wie er einen Kinderwagen angezündet habe.

Der Großvater habe angegeben, seine Enkelinnen hätten ihm davon nichts erzählt, als sie ihn wegen des Brandgeruchs alarmiert hätten. Nach Erkenntnissen der Polizei habe der ältere Mann den einzigen Schlüssel zum Untergeschoss gehabt und den Keller gewöhnlich verschlossen gehalten. Dort hätten weder Spürhunde noch Messgeräte Spuren eines Brandbeschleunigers entdeckt.

Bei der Brandkatastrophe vom vergangenen Sonntag wurden außerdem 60 Hausbewohner verletzt. Vor allem in türkischen Medien wurde spekuliert, dass es sich um Brandstiftung aus Ausländerhass handeln könnte. Die Toten sollen in den kommenden Tagen in die Türkei übergeführt und dort bestattet werden. Zuvor ist für Sonntag eine große Trauerfeier in Ludwigshafen geplant.

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(Reuters/cag/beu)