Zwei Stunden Dunkelheit: Ein gigantischer Blackout hat in Brasilien für Chaos gesorgt. Ursache des Stromausfalls soll eine Störung im leistungsfähigsten Kraftwerk der Welt sein.
Die Menschen saßen im Dunkeln - am Tisch, im Restaurant, am Arbeitsplatz: Ein gigantischer Stromausfall hat weite Teile Brasiliens ins Chaos gestürzt. Etwa 40 Millionen Menschen hatten kein Licht, als kurz nach 21 Uhr Ortszeit der Strom in mindestens neun Bundesstaaten ausfiel.
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In Sao Paulo wurden nur große Hotels und Bürogebäude mittels Notstromaggregaten erleuchtet. Sonst war es stockfinster, so dass nur die Autoscheinwerfer Licht spendeten. (© Foto: Reuters)
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Tausende Menschen blieben in Fahrstühlen stecken, U-Bahnen und Vorortzüge blieben auf freier Strecke liegen, und wegen ausgefallener Ampeln brach in den Ballungszentren der Autoverkehr zusammen. Angesichts der ohnehin schon sehr hohen Kriminalitätsrate wurde die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt und fuhr verstärkt Streife. In Sao Paulo waren nur größere Bürogebäude und Hotels mit Hilfe von Notstromaggregaten erleuchtet. Die größeren Flughäfen, die über Notstromgeneratoren verfügen, konnten einen Notbetrieb aufrechterhalten. Dennoch fielen zahlreiche Flüge aus. Auch das Telefonnetz war betroffen.
Mehr als zwei Stunden lang war Brasilien in Dunkelheit getaucht. Betroffen waren nach Medienangaben etwa 800 Städte vor allem im Süden, im Zentrum und im Nordwesten des Landes, darunter auch die Metropolen Sao Paulo, Rio de Janeiro, Belo Horizonte und die Hauptstadt Brasilia. In Rio de Janeiro etwa gingen nach einigen Stunden wieder erste Lichter an. Anderenorts dagegen dauerte der Blackout weiter an. Präsident Luiz Inacio Lula da Silva berief eine Krisensitzung ein.
Die Ursache für den Blackout war zunächst nicht klar. Energieminister Edison Lobao sprach von einem Ausfall des Wasserkraftwerks Itaipu, des leistungsfähigsten Kraftwerks der Welt. Möglicherweise habe ein Sturm Hochspannungsleitungen zerstört. Ähnlich äußerte sich die Werksleitung. Techniker arbeiteten unter Hochdruck an der Behebung des Fehlers.
Im benachbarten Paraguay, das an dem Kraftwerk beteiligt ist, war von einem Kurzschluss in einer Hochspannungsleitung bei Sao Paulo die Rede. Daraufhin habe es eine Kettenreaktion gegeben und Itaipu sei automatisch vom Netz gegangen. Auch in ganz Paraguay fiel zeitweise der Strom aus. Allerdings dauerte der Notfall dort nur etwa 20 Minuten.
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(sueddeutsche.de/AP/dpa/abis)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Zwei Stunden ohne Licht, Strom, Elektrik, Handy, etc...
Klingt nach einem wunderschönen Großstadtabenteuer, dass ich sehr gerne mal bei uns erleben würde!
BACK TO THE ROOTS:-)
Das wird uns in Deutschland öfters blühen, wenn Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke sukzessive abgeschaltet werden. Die erneuerbaren Energien sind ganz recht und schön, aber was passiert dann in einem sonnen- und windarmen kalten Winter?
Es ist ganz klar, dass Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke gefährlich bzw. schädlich für Umwelt und Klima sind. Aber das bedeutet, dass hier ein ganz großes Umdenken bezüglich Wachstum und Wohlstand stattfinden muss.
Dass man mit erneuerbaren Energien auf der selben Basis weitermachen kann wie bisher, ist genauso eine Illusion wie die, dass man Erdöl einfach durch Biosprit ersetzen kann und mit dem Mobilitätswahn dann unverändert weitermachen kann.