Bizarrer Mord in New York Liebhaber prügelt Fernseh-Star tot

Carlos Castro, ein in Portugal berühmter Fernsehjournalist, wird kastriert und tot in seinem Hotelzimmer gefunden. Offenbar wurde er Opfer seines habgierigen jungen Begleiters.

Der grausame Tod eines bekannten portugiesischen Fernseh-Journalisten mitten in New York sorgt für Aufregung: Verstümmelt und zu Tode geprügelt wurde Carlos Castro im Intercontinental Hotel am Times Square gefunden.

Wurde brutal ermordet: Carlos Castro, hier auf einer Archivaufnahme

(Foto: dpa)

Castro war seit 35 Jahren in Portugal als Promi-Reporter aktiv. Erst kürzlich hatte er sein "Dienstjubiläum" gefeiert. Er arbeitete für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und für das Fernsehen. Er hat aber auch Gedichte sowie eine Autobiografie veröffentlicht.

Nun ist Castro tot. Inzwischen berichten US-Medien ausführlich über das bizarre Verbrechen. Unter Berufung auf Augenzeugen und Polizeiquellen ist der Tathergang einigermaßen klar und der mutmaßliche Mörder bekannt: Es handelt sich um einen erst 20 oder 21 Jahre alten Portugiesen Renato S., ein als "jung und ansehnlich" beschriebenes Mode-Model und ehemaliger Teilnehmer einer Reality-Show.

Er soll Daily News zufolge den 65 Jahre alten homosexuellen TV-Star in die USA begleitet haben. Der junge Mann wird als Castros Liebhaber bezeichnet, obwohl er angeblich nicht schwul war. Eine Polizeiquelle sagte, der attraktive Galan sei mit eindeutigen Erwartungen mitgereist: Castro sollte seine Karriere befördern und ihm Geschenke kaufen.

Schon vor der Bluttat kam es offensichtlich zu größeren Spannungen zwischen den Männern. Castro habe gesagt, der junge Mann verhalte sich "verrückt", schilderte eine Freundin des Opfers. Castro wollte demnach die Reise sogar aus Furcht vor seinem Begleiter verkürzen.

Zur Eskalation kam es bei einem Streit, in dem der mutmaßliche Täter Castro "Geiz" vorgeworfen haben soll. Bei dem "wilden" Todeskampf habe der Täter unter anderem Castros Hoden mit einem abgebrochenen Weinglas abgetrennt, berichten US-Medien. Später entdeckten demnach Hotelangestellte die Leiche. Castro erlitt offenbar schwere Kopfverletzungen, sein Körper habe in einer Blutlache gelegen. Die genaue Todesursache soll eine Autopsie erbringen.

"Carlos wird sein Zimmer nicht mehr verlassen"

Castros gewaltsamer Tod löste in Portugal Bestürzung aus. Er sei ein hochkarätiger, angesehener Journalist und eine Fernsehpersönlichkeit gewesen, sagte der Filmkritiker Rui Pedro Tendinha, der Castro persönlich kannte. Besondere Bewunderung sei ihm für sein öffentliches Bekenntnis zu seiner Homosexualität entgegengebracht worden, sagte er.

Castros mutmaßlicher Mörder befindet sich mittlerweile in Polizeigewahrsam, er wird psychologisch untersucht.

Nach der Tat hatte er hastig das Hotel verlassen. Dabei sagte er angeblich einer Frau, die das Opfer kannte: "Carlos wird sein Zimmer nicht mehr verlassen".

Ein paar Stunden später tauchte der junge Mann im Warteraum eines New Yorker Krankenhauses auf. Er wollte Schnittwunden an Händen und Gesicht versorgen lassen. Er habe alles bestritten, heißt es, soll aber versucht haben, sich die Pulsadern aufzuschneiden.