Der Bundesgerichtshof will Grenzwerte für Crystal verschärfen. Wirkung und Gefährlichkeit seien mit derjenigen der Kokainzubereitung Crack zu vergleichen.
Der Bundesgerichtshof (BGH) wird voraussichtlich die Strafbarkeit für den Handel mit der Designerdroge Crystal verschärfen. Wirkung und Gefährlichkeit seien mit derjenigen der Kokainzubereitung Crack zu vergleichen, entschied der 2. Strafsenat. Er legte das bei ihm anhängige Crystal-Verfahren den anderen vier Strafsenaten vor, weil der BGH bisher von einer geringeren Gefährlichkeit ausgegangen war.
Crystal: Illegaler Stoff für die Leistungsgesellschaft (© Foto: AP)
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Deshalb hatte er als für die Strafbarkeit maßgebliche Wirkstoffgrenze 30 und 35 Gramm angegeben. Demgegenüber beabsichtigt der 4.Strafsenat eine Absenkung auf fünf Gramm. Dies komme der Drogenwirklichkeit näher, sagte BGH-Richterin Ruth Rissing-van Saan.
Den Anlass der Grundsatzentscheidung bildet ein Strafurteil des Landgerichts Frankfurt gegen einen 43-jährigen philippinischen Staatsangehörigen. Er war wegen der fünfmaligen Einfuhr von Crystal und des Dealens mit dieser Droge zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden.
Überwiegend geschnupft
Das Landgericht hatte dabei im Gegensatz zu früheren BGH-Entscheidungen bereits fünf Gramm Methamphetamin-Hydrochlorid als "nicht geringe Menge" angesetzt. Damit galt das Dealen als Verbrechen mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft legten gegen dieses Urteil Revision ein.
In der mündlichen Verhandlung am Vormittag hatten der Rechtsmediziner Gerold Kauert von der Universität Frankfurt und der Pharmakologe Rainer Dahlenburg vom Bundeskriminalamt über das in Deutschland noch nicht sehr verbreitete Rauschgift Crystal berichtet. Das Methamphetamin sei doppelt so gefährlich wie Amphetamin, erklärte Dahlenburg. Beim Erstkonsum könnten bereits 100 Milligramm Crystal tödlich sein, sagte der Pharmakologe.
Nach Erkenntnissen des BKA werde die Droge derzeit überwiegend geschnupft, teilweise aber auch geraucht. Letztere Einnahme sei besonders gefährlich, sagte Kauert. Über die Lungenbläschen führe der schnellste Weg ins Gehirn. Dort könne die Droge zu irreversiblen Schäden führen.
Hauptwirkungen seien die Unterdrückung von Schlaf-, Hunger- und Durstbedürfnissen. An Nebenwirkungen nannte Kauert Einschränkungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atmung sowie von Leber und Niere. Zudem berichtete er von Schlaflosigkeit, Schizophrenie und Wahnvorstellungen. Der Körper gewöhne sich sehr schnell an die Droge. (Az: 2 StR 86/08)
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(SZ vom 07.08.2008/grc)
Auch wieder wahr, soweit hatte ich nicht überlegt :-)
Diese Alternative ist erprobt und publikumswirksam...egal ob wirksam oder nicht.
So wurde es immer gemacht, und darum bleibt es so...erinnert mich an "Hoch lebe der Vorgang" in der Verwaltung.
Aber da müssten ja durchdachte und sinnvolle Konzepte entwickelt werden die wahrscheinlich auch noch Geld kosten und sich nicht in einer einfachen BILD Schlagzeile erklären lassen.
Da greift unsere Justiz und Politik doch lieber zu dem Mittel, mit dem sie schon seit Jahrzehnten bei der Drogenbekämpfung scheitert. Strafen verschärfen. Kostet nix, muss nicht gross erklärt werden und der aufgeregte und uninformierte Bürger hat das beruhigende Gefühl, dass etwas getan wird.
Ob's letztlich dazu beiträgt das Problem zu lösen ist für die Damen und Herren aus der Politik leider nur zweitrangig. Hauptsache es lässt sich medial gut rüberbringen.
Schade eigentlich...
Folgen (Quelle: wikipedia):
Nebenwirkungen [Bearbeiten]
* Schlafstörungen
* Erhöhte Körpertemperatur (Hyperthermie)
* Vermutete irreversible Schädigung der Neurotransmitter/Rezeptoren (beim Menschen noch nicht ausreichend nachgewiesen, in Tierversuchen nachgewiesen. Aus Deutsches Ärzteblatt, anhaltende neurotoxische Schäden durch Extasy/Methylamphetamine)
* Verminderte Kritikfähigkeit
* Paranoide Wahnvorstellungen auf Grund des Schlafmangels
* Akutwerden einer latenten Schizophrenie
* Übersteigerte(r) Egozentrik/Narzissmus
* Aggressivität
* Kribbeln unter der Haut, das in extremen Fällen als unter der Haut krabbelnde Insekten wahrgenommen wird (Dermatozoenwahn)
* Taubes Gefühl im Körper (der Körper wird als nicht vorhanden wahrgenommen)
* Kein Schmerzgefühl vorhanden
* ungenhochdruck bzw. -infarkt
* Hirnblutungen
* Angstzustände
* Kopfschmerz
* Nervosität
* Motorische Unruhe (Tremor)
* Augenrollen
* Kaureflex
* Wangenschmerz (innen)
Chronische Folgen eines starken Konsums [Bearbeiten]
* Nierenschäden durch oxidativen Stress [8]
* Gewichtsverlust
* Blutverdickung bei gleichzeitiger Blutdrucksteigerung
* Schlaganfälle und Herzstillstand bei Konsumenten mit Herzproblemen
* Unregelmäßigkeiten der Menstruation bis zum Aussetzen derselben
* Potenzstörungen
* Autoaggressionen
* Erschöpfung und Schädigung von Neurotransmittern (Serotonin und Dopamin) und deren Transporter, vor allem durch oxidativen Stress
* Beeinträchtigung und Degeneration der Nebenniere
* Starker Zerfall des Zahnschmelzes und Zahnausfall, u.a. durch Austrocknen der Mundschleimhäute, unterstützt durch die Vernachlässigung der Zahnhygiene der Süchtigen (bezeichnet als Meth-Mund oder Meth Mouth)
Und:
* Tod
Sollte eigentlich reichen, oder?
Oder bitte: http://www.orangeusd.k12.ca.us/date/crystalmeth-girl-10%20years.jpg
10 Jahre körperlicher Verfall - von unten rechts nach oben links.
Also wenn ich lese was NeinDanke da schreibt muss ich doch wirlkich auch mal kommentieren.
Um klar zu machen, dass ich nicht aus der "Ulle Ulle Drogen sind schlimm" Ecke komme:
ich habe experimentelle A-class Drogenerfahrung und kiffe gelinde gesagt gerne.
Desweiteren wohne ich in Neuseeland, wo "Chrystal" hier "P" genannt, seit einigen Jahren recht verbreitet ist. Und ich habe gesehen, wie sich Menschen die auf Chrystal sind veraendern, oder besser untergehen. Aufgrund des Schlafmangels und der aufputschenden Wirkung (und ein sehr schnell eintreetender Dauerkonsum) werden P-addicts aeusserst Reiizbar und neigen zu Gewalt. Chrystal zerstoert ganze Familien.
Wenn Drogewitze dann bitte ueber "Froesche lecken" aber Chrystal darf nicht verharmlost werden!!!!!!
Statt über die geringst möglichen Mengen nachzudenken, sollte man sich mal Gedanken darüber machen wie man Jugendliche gezielt von Drogen fernhält.
Paging