Die Täter waren erst zehn, das Opfer acht Jahre alt: In Großbritannien sind zwei Jungen wegen versuchter Vergewaltigung verurteilt worden.
Zwei zehn und elf Jahre alte Jungen sind in London wegen der versuchten Vergewaltigung einer Achtjährigen verurteilt worden. Das Strafmaß steht noch aus. Die Jury vor dem Strafgerichtshof sah den Vorwurf mit klarer Mehrheit als erwiesen an, obwohl es Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussage des Mädchen gab.
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Das Strafmaß für die zehn und elf Jahre alten Verurteilten steht noch nicht fest - der Richter will in den nächsten Wochen darüber entscheiden. (© Symbolfoto: dpa)
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Die Jungen, die zur Tatzeit noch beide zehn Jahre alt waren, bestritten die Anschuldigungen. Sie zählen nun zu Großbritanniens jüngsten Verurteilten überhaupt. In dem Land gilt das Jugendstrafrecht bereits ab zehn Jahren.
Die Achtjährige hatte angegeben, die Jungen hätten sie in einen Wohnblock gezerrt und sexuell missbraucht. Ähnliches soll später in einem leerstehenden Lagerhaus passiert sein, und noch einmal in einem Park. Dort fand die Mutter nach eigener Zeugenaussage die Jungen und ihre Tochter. "Sie sagte, sie (die Jungen) hatten Sex mit mir."
Die Aussage des Mädchens decke sich mit den medizinischen Gutachten, sagte Staatsanwältin Alison Saunders. "Die Entschluss zur Anklage fiel nicht leicht."
Die Verteidiger gaben dagegen an, die Jungen seien lediglich "unanständig" gewesen und hätten Arzt spielen wollen. Der ältere Junge sagte Ermittlern, er habe auf Bitten des Mädchens zweimal die Unterhose für fünf Sekunden heruntergelassen.
Das Mädchen hatte während des Verfahrens zugegeben, in einigen Punkten nicht die Wahrheit erzählt zu haben. Richter John Saunders überließ die Entscheidung der Jury, die Aussage der Achtjährigen zu beurteilen. Ihre vorherigen Aussagen gegenüber den Behörden seien jedoch schlüssig und widerspruchsfrei gewesen, sagte er.
Kritik von Kinderorganisationen
Das Strafmaß liegt in solchen Fällen im Ermessen des Richters. Saunders wolle Gutachten und Einwände abwarten. Dafür ließ er acht Wochen Zeit.
Eine britische Kinderorganisation kritisierte das Verfahren. Das Vorgehen der Justizbehörden sei "völlig verkehrt" gewesen, sagte Michele Elliott von Kidscape. Das Urteil helfe niemandem. Täter und Opfer bräuchten nun eine Therapie, um die seelischen Folgeschäden zu mindern.
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(dpa/kat/woja)
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