Der illegale Fahrer, der am Samstagabend einen Berliner S-Bahn-Zug gekapert hatte, ist kein unbeschriebenes Blatt. Als die Polizei den 19-Jährigen stoppte und ihn untersuchen wollte, floh er und wurde dabei angeschossen.
Gegen den illegalen Fahrer, der am Samstagabend mit einem S-Bahn-Zug durch Berlin kutschierte, ist ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet worden. Der 19-Jährige ist für die Ermittler kein unbeschriebenes Blatt. Der nicht aus Berlin stammende Mann wurde per Haftbefehl gesucht, sagte Justizsprecher Björn Retzlaff am Montag. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei liegt der 19-Jährige verletzt im Krankenhaus.
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Er sei von einem Amtsgericht in Baden-Württemberg wegen Betrugs zu einer Jugendstrafe von anderthalb Jahren verurteilt gewesen und habe gegen Bewährungsauflagen verstoßen. Laut Retzlaff kam der Verurteilte nach Verbüßung von elf Monaten Haft zur Bewährung auf freien Fuß.
Ursprünglich hieß es, der Mann habe den Zug der Linie 42 gekapert. Nun hieß es, er habe die Zugführerin gekannt und sei zu ihr in den Führerstand gegangen. Sie habe ihm das Steuer überlassen und sei neben ihm geblieben. Die Frau habe ihn für einen S-Bahn-Mitarbeiter gehalten, da er schon mehrfach in Diensträumen gesehen wurde. Die Bahn-Dienstaufsicht habe ihn bereits seit zwei Wochen gesucht.
Auf der Fahrt nach Königs Wusterhausen und zurück habe ihn eine S- Bahn-Mitarbeiterin zufällig gesehen und die Aufsicht alarmiert. Als der falsche Fahrer keinen Führerschein für den Triebwagen zeigen konnte, übergab ein S-Bahner den Mann an der Hermannstraße dem Bundesgrenzschutz. Zwei BGS-Beamte fuhren per Dienstwagen mit dem Mann in die Storkower Straße, um das angeblich vergessene Papier zu holen.
Doch der Jugendliche konnte laut Angaben seine Wohnung nicht zeigen und widersetzte sich einer Personen-Durchsuchung durch zwei hinzugerufene Polizisten. Er habe sich losgerissen und während der Flucht mit einem Gasrevolver geschossen. Ein Polizei schoss zurück. In der Rudolf-Seiffert-Straße versteckte sich der Flüchtende in einem Hauseingang. Dort trafen ihn zwei Schüsse aus einer Polizeiwaffe in Oberschenkel und Brust. Der Geflüchtete wurde festgenommen. Er sei nach einer Operation noch nicht ansprechbar.
Gegen einen Polizisten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Die näheren Umstände des Schusswechsels sind laut Retzlaff noch unklar. Ob der 19-jährige auch noch mit Ermittlungen wegen der S-Bahn-Fahrt rechnen muss, stehe noch nicht fest, sagte der Sprecher.
(sueddeutsche.de/ dpa)
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