Im März hatte eine 42-Jährige ihren neugeborenen Sohn mit den Händen erstickt und in einen Container gelegt. Nun ist die Frau verurteilt worden - ein echtes Motiv konnte das Gericht nicht erkennen.

Eine achtfache Mutter ist am Freitag vom Berliner Landgericht wegen der Tötung ihres Babys zu acht Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Die Zeitungsausträgerin hatte den Sohn heimlich in ihrer Wilmersdorfer Wohnung geboren und vor dem Kindesvater im Keller versteckt.

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Carmen B. nahm die Verurteilung wegen Totschlags ohne erkennbare Regung auf. (© Foto: ddp)

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Als ein Nachbar Geräusche hörte, erklärte sie, es handele sich um eine Puppe, deren Batterie sich nicht abschalten lasse. Drei Stunden später ging die Frau zurück in den Keller und tötete den Säugling. Später legte sie die Leiche ihres Kindes in einen Container.

Die Frau leidet an einer Persönlichkeitsstörung, ist nach dem Urteil aber voll für ihre Tat verantwortlich. Strafmildernd werteten die Richter ihre schwierigen Lebensumstände.

Als Kind wurde die Angeklagte selber misshandelt und kam in ein Heim. In den wechselnden Partnerschaften wurde ihr Gewalt angetan. Zeitweise lebte die Frau auf der Straße. Sie hat mehrere Kinder zur Welt gebracht, die alle adoptiert wurden oder bei Pflegeeltern leben.

Das Kind sei ihr ungelegen gekommen, hatte die 42-Jährige erklärt. Sie sei auch wütend auf ihren Lebensgefährten gewesen. Manchmal träume sie von dem Kind, dann gehe es ihr unendlich schlecht.

Der Richter sprach von einem ungewöhnlichen Fall: 1999 hatte die Berlinerin versucht, ihre Tochter auf ähnliche Weise zu töten. Durch einen glücklichen Zufall wurde das Baby gerettet. Die Angeklagte erhielt damals zwei Jahre Haft mit Bewährung.

Das Urteil nahm die Berlinerin ohne äußere Regung auf. Wie es in ihrem Inneren aussieht, bleibt ein Rätsel, betonte der Ankläger, der zehn Jahre Gefängnis gefordert hatte. "Letztlich ist es uns nicht gelungen, den Grund für die Tötung zu finden", befand auch das Strafgericht.

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(dpa/grc)