In einem Berliner Wohnhaus sind bei Sanierungsarbeiten selbstgebastelte Rohrbomben gefunden worden. Die Polizei ließ zwei Häuser räumen.
In einem Haus im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg sind am Montag bei Sanierungsarbeiten 15 selbstgebaute Sprengsätze mit Zünder gefunden worden. Ob sie tatsächlich detonierfähig seien, werde noch geprüft, sagte eine Polizeisprecherin.
Bild vergrößern
Ein Polizist trägt im Schutzanzug eine Kiste aus dem Haus. In dem Berliner Wohnhaus sind bei Sanierungsarbeiten selbstgebastelte Rohrbomben entdeckt worden. (© Foto: dpa)
Anzeige
Es handele sich um Dosen mit Kabeln, die mit Klebeband umwickelt seien. Nach ersten Erkenntnissen dürfte es sich um selbstgebaute Feuerwerkskörper handeln, hieß es am Nachmittag.
Die Polizei nahm den Fund in einer seit Jahren leerstehenden Kindertagesstätte im Erdgeschoss eines mehrstöckigen Hauses sehr ernst. Etwa 20 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Angrenzende Straßen wurden abgesperrt. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz hat Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz übernommen.
Wer die verdächtigen Gegenstände in der Seelower Straße 17 deponiert hatte, blieb zunächst unklar. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte die Polizeisprecherin. Die Rohrbomben stammten nicht aus dem Weltkrieg. Es sei aber keine Aussage möglich, wie alt sie seien. Ein Zusammenhang mit den immer wieder brennenden Autos im Prenzlauer Berg sei derzeit nicht erkennbar, sagte die Sprecherin kurz nach dem Fund.
Zu weiteren Mutmaßungen, ob es sich um Material einer terroristischen Vereinigung handeln könne oder um Restbestände des Bombenlegers Peter John, der die 12-jährige Charlyn Ende des vergangenen Jahres mit einer Briefkastenbombe schwer verletzt hatte, konnte die Polizei nichts sagen.
Sprengstoffexperten in Schutzanzügen waren im Einsatz, um den Fund zu bergen. Weitere verdächtige Gegenstände wurden nicht gefunden. Auf dem Sprengplatz im Berliner Grunewald soll untersucht werden, ob es sich um funktionsfähige Rohrbomben handelt. Ob das Ergebnis noch am Montag vorliegt, war nicht klar.
Aus Sicherheitsgründen mussten am Mittag die Mieter das Haus und das dazugehörige Hinterhaus verlassen, sie konnten später aber in ihre Wohnungen zurückkehren. Der mutmaßliche Sprengstoff war von Bauarbeitern bei Sanierungsarbeiten in einer Zwischendecke zum ersten Obergeschoss des Vorderhauses gefunden worden. Die Räume wurden bis vor zehn Jahren als Kindertagesstätte genutzt und standen seitdem leer. Ob es zu den Räumen einen ungehinderten Zugang gab, werde noch ermittelt.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(dpa/hai)
Studie von UN-Kinderhilfswerk
Reste von der Bastelstunde in der KiTa?