Bei einer Routinekontrolle vor einem Sex-Museum attackiert ein Mann zwei Polizisten und wird erschossen - Staatsanwaltschaft sieht korrektes Verhalten.
Hat sich die Berliner Polizei korrekt verhalten, als sie am Donnerstag einen Mann erschossen hat, der einen Beamten bedrohte? Nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wollte der Getötete zuerst das Feuer auf einen Beamten eröffnen. "Der Ablauf spricht für sich", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag.
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Tatort Sex-Museum: Eine Polizistin bewacht den abgesperrten Bereich vor dem Eingang des Museums nahe dem Berliner Kurfürstendamm. Bei einem Polizeieinsatz ist am Donnerstag ein Mann durch einen Schuss aus einer Dienstwaffe getötet worden. (© Foto: ddp)
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Was war passiert? Ein Berliner Polizist hat vor einem Sex-Museum in der Nähe des Kurfürstendamms auf offener Straße einen Mann erschossen, der seinem Kollegen eine Pistole an den Kopf hielt. Der Angeschossene starb kurz nach dem Vorfall am Donnerstagnachmittag in einem Krankenhaus.
Pistolen und Tränengas
Die beiden Polizisten wollten den Mann vor dem Beate-Uhse-Museum an der Kantstraße am Bahnhof Zoo überprüfen. Nach Angaben der Polizei wehrte sich der Mann und griff die Polizisten an, unter anderem mit Tränengas. Er entriss einem der Beamten dessen Pistole und hielt sie ihm an den Kopf. Der zweite Polizist schoss mehrmals und verwundete den Mann tödlich. Die Mordkommission ermittelt wie immer in solchen Fällen, sagte der Polizeisprecher.
Die Identität des Toten ist noch nicht endgültig geklärt. Er soll etwa 35 Jahre alt sein und mehrere Pässe bei sich gehabt haben. Möglicherweise wurde er mit zwei Haftbefehlen gesucht. Nach einem Bericht von Morgenpost Online soll der erschossene Mann in den Mord auf der Fischerinsel im vergangenen November verwickelt gewesen sein und die Waffe besorgt haben. Ein 59-jähriger Berliner Millionär war damals bei einem Spaziergang erschossen worden. Der mutmaßliche Auftrags-Killer wurde inzwischen in Indien festgenommen. Die beiden 47 und 30 Jahre alten mutmaßlichen Auftraggeber des Mordes wurden schon im Dezember festgenommen.
Dem Kollegen das Leben gerettet
Auch die Polizeigewerkschaft hat den Berliner Polizisten, der den Kroaten erschossen hat, in Schutz genommen. Er habe seinem Kollegen das Leben gerettet und in Nothilfe einen Kriminellen erschossen, erklärte der Vorsitzende des Landesverbands der Gewerkschaft, Bodo Pfalzgraf, am Freitag. Der Tatort in der Joachimsthaler Straße liege in einem kriminalitätsbelasteten Bereich, in dem nach geltendem Polizeirecht jederzeit Personenüberprüfungen zulässig seien.
Die Diskussion um die Rechtmäßigkeit des Waffeneinsatzes ist nicht aus der Luft gegriffen: Zuletzt hatte ein Berliner Polizist am Silvestermorgen einen Autodieb in Brandenburg erschossen. Gegen den Polizisten wird wegen des Verdachte des Totschlags ermittelt. Der Beamte soll achtmal auf den unbewaffneten Mann gefeuert haben.
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(sueddeutsche.de/dpa/ojo/vw)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
"Auf der Straße jedoch schlug der Mann plötzlich um sich, zückte ein Reizgasflasche und sprühte damit dem Polizisten ins Gesicht. Beide gingenzu Boden, der Kroate konnte die Dienstwaffe aus dem Holster ziehen und hielt sie dem 37-jährigen Polizisten kurzzeitig an den Kopf. Als dieser in Sicherheit robben wollte, soll er noch geschrien haben: "Schieß nicht, ich habe zwei Kinder." Doch der Kroate gab einen Schuss auf ihn ab. Das Projektil verfehlte schlug in ein Schaufenster eines Erotik-Museums ein. Zeitgleich feuerte Andreas S. zweimal auf den 33-Jährigen, dieser wurde einmal getroffen und starb später im Krankenhaus."
(SZ "Hat sich die Berliner Polizei korrekt verhalten, als sie am Donnerstag einen Mann erschossen hat, der einen Beamten bedrohte?", Nee, sorry, ein Schuß ist kein "Bedrohen" mehr, liebe SZ. Auffallend, wie wenig Mühe sich die SZ dabei macht, den höchst suggestiven Artikel zumindest im Nachgang mit etwas mehr Substanz zu relativieren. SZ 2.0)
Ich verstehe nicht, wieso die Polizei für gewöhnlich nur mit Schusswaffen, und Schlagstöcken ausgerüstet ist. Ich denke in vielen Fällen würde sich ein Polizist mit einem Stabelektroschocker, im Notfall sehr wirksam verteidigen können, und das ohne gleich jemanden umzubringen.
Dieses "es-wird-immer-nur-über-den-Täter-geredet"- bzw. "es-wird-immer-nur-über-das-Opfer-geredet"-Gemecker ist nicht nur objektiv falsch und gehört in das Buch "1000 Sprüche, die ich nie wieder hören will", es hat auch mit dem Artikel nichts zu tun. Es wird über ein Ereignis berichtet, nicht mehr und nicht weniger.
Die Ballerei vorm Sexmuseum wird nicht dadurch sympathischer, dass das Opfer ein (mutmaßlicher) gesuchter Krimineller war, nach dem Motto "da hat es ja den Richtigen erwischt".
"...gehört..." --
wie soll man den bitteschön über die angehörigen des opfers reden, wenn dessen identität noch unklar ist ; )
mal ganz abgesehen davon, dass es auch zum "opferschutz" vor einer belagerung von pressevertretern geschützt zu werden.
Paging