In Berlin sollen am Freitag und Samstag U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen im Depot bleiben. Die 12.000 Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe sind zum Warnstreik aufgerufen.

In Berlin sollen nach dem Willen der Gewerkschaft Verdi an diesem Freitag Busse, U-Bahnzüge und Straßenbahnen im Depot bleiben. Die Gewerkschaft wies das Angebot der Arbeitgeber im Tarifkonflikt mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) am Donnerstag als "schlichte Provokation" zurück und rief zum umfassenden Warnstreiks auf, die bis Samstagnachmittag, 15 Uhr, dauern sollen.

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Eine Berliner U-Bahn vor der Oberbaumbrücke. Am Freitag und Samstag warten die Berliner wahrscheinlich erfolglos auf die gelben Züge. (© Foto: dpa)

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Die Berliner S-Bahnen, die zur Deutschen Bahn gehören, fahren allerdings. Bisher hatte ver.di mit einem Warnstreik am Samstag gedroht. Die Arbeitgeber hatten Einkommenserhöhungen von 6 Prozent bis Ende 2010 nur für die seit 2005 neueingestellten Mitarbeiter vorgeschlagen. Bei den Altbeschäftigten soll die Erhöhung dagegen verrechnet werden.

Die Gewerkschaft fordert dagegen für alle BVG-Beschäftigten rund 12 Prozent mehr Lohn, mindestens 250 Euro brutto mehr im Monat. Ein Verdi-Sprecher begründete den Warnstreik mit der Unzufriedenheit der BVG-Mitarbeiter. Die Gewerkschaft habe große Schwierigkeiten, "die Kollegen ruhig zu halten". Einen Termin für eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik gebe es noch nicht.

Laut Bäsler würde das Angebot der BVG für 95 Prozent der Beschäftigten keine Entgeltverbesserung bringen. Der Warnstreik soll in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um Mitternacht beginnen. In einigen Randgebieten Berlins werden immerhin die Busse einiger weniger Privatunternehmen fahren.

Die BVG ist eines der größten europäischen Nahverkehrsunternehmen und betreibt neun U-Bahn-, 22 Straßenbahn- und147 Buslinien sowie sechs Fähren. Täglich befördert das Unternehmen 2,4 Millionen Fahrgäste. Die Busse und Bahnen bringen es auf eine jährliche Fahrleistung von rund 250 Millionen Kilometern. Vom Streik betroffen sind zum Beispiel die Besucher von Großveranstaltungen am Wochenende, darunter auch eines Fußball-Bundesligaspiels von Hertha BSC.

Verdi fordert Einkommenserhöhungen von bis zu zwölf Prozent oder mindestens 200 Euro. Die Arbeitgeber hatten für Januar bis Juli 2008 eine Einmalzahlung von 200 Euro sowie eine anschließende Entgelterhöhung um vier Prozent angeboten. Um weitere zwei Prozent sollen die Löhne und Gehälter 2010 steigen. Die Entgelterhöhung soll jedoch für die 10.000 Altbeschäftigten des Unternehmens mit einem Teil des bereits gezahlten Lohnes, einem so genannten Sicherungsbetrag, verrechnet werden. So hätten nur die zu schlechteren Konditionen nach einer Tarifumstellung eingestellten Mitarbeiter tatsächlich mehr im Portemonnaie. Der Sicherungsbetrag schließt die Lücke zwischen dem alten Bundesangestelltentarif und der neuen Entgeltstruktur bei der BVG.

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(dpa/rtr/maru/jkr)