Bergsteiger zurück in Italien "Wir sind völlig kaputt"

Die Südtiroler Bergsteiger Nones und Kehrer sind nach ihrer spektakulären Rettung von dem Himalaya-Berg Nanga Parbat zurück in ihrer Heimat.

Die Südtiroler Bergsteiger Walter Nones und Simon Kehrer sind nach ihrer spektakulären Rettung vom Nanga Parbat im Himalaya zurück in Italien. Eine Linienmaschine der British Airways mit den beiden Alpinisten an Bord landete auf dem Mailänder Flughafen Malpensa.

Walter Nones (l.) und Simon Kehrer haben wieder heimischen Boden unter den Füßen.

(Foto: Foto: dpa)

Dort konnten Nones und Kehrer erstmals wieder ihre Familien und Freunde in die Arme schließen, die tagelang um die beiden Kletterer gebangt hatten. Empfangen wurden sie aber auch von zahlreichen Fernsehteams und Journalisten. Die beiden Männer hatten ihren Kollegen Karl Unterkircher, der in eine Gletscherspalte gestürzt war, tot am Berg zurücklassen müssen.

Bei einer Pressekonferenz erklärte Nones: "Wir sind völlig kaputt, am Donnerstag waren wir noch auf 7000 Metern Höhe und heute sind wir hier, und wir wissen noch nicht mal, welcher Tag heute ist." Die beiden waren vergangene Woche am Berg in Not geraten und an diesem Donnerstag mit Hubschraubern gerettet worden. Anschließend wurden sie zunächst nach Islamabad gebracht.

Die Tage seit der Rettung seien sehr hektisch gewesen, erklärte Nones. "Ich habe auch keine große Lust zu reden, denn wenn man eine Expedition mit drei Mann antritt und zu zweit zurückkommt, dann ist das nicht schön." Seine Gedanken seien bei der Familie Unterkirchers: "Er hat drei Kinder, und für uns ist es wichtig, jetzt seiner Familie nah zu sein."

Die Lebensgefährtin von Unterkircher erklärte, sie wolle im Himalaya Abschied von ihm nehmen. "Ich will und muss das tun. Unser geliebter Karl ruht dort droben, in seiner Welt, glücklich und frei", sagte sie dem Nachrichtenmagazin Focus. Unterkircher war der erfahrenste der drei Bergsteiger. Die von ihm geleitete Gruppe hatte den Gipfel des in Pakistan gelegenen, 8126 Meter hohen Nanga Parbat über die noch nicht bestiegene Rakhiot-Eiswand erklimmen wollen.

"Ich bin sicher, dass er mich und unsere Kinder dort droben mit seiner sicheren Hand lenken wird", sagte seine Lebensgefährtin Silke dem Magazin weiter. "Er liebte uns und die Berge." Sie verfluche die Berge nicht. "Für Karl wäre es noch ein größeres Leid gewesen, auf die Berge verzichten zu müssen. Er wäre mit Sicherheit langsam dahin gestorben.