Berg-Abstieg misslungen Eine weitere Nacht im Eis

Das bange Warten am Nanga Parbat dauert an. Die italienischen Bergsteiger Walter Nones und Simon Kehrer, die auf dem Himalaya-Berg in 7000 Metern Höhe festsitzen, mussten ihren Abstieg verschieben.

Dichtes Schneegestöber hat am Montag den Abstieg der beiden in Not geratenen Südtiroler Bergsteiger Simon Kehrer und Walter Nones vom Nanga Parbat gestoppt. Die beiden hätten das Basislager telefonisch kontaktiert und mitgeteilt, es gehe ihnen aber weiterhin gut und sie seien in Form, berichteten italienische Medien.

Walter Nones; AP

Walter Nones: Abstieg mit Bergkamerad Simon Kircher weiter verschoben, aber "in Form".

(Foto: Foto: AP)

Ein Hubschrauber, der ihnen die Querung eines gefährlichen Gletschers erleichtern sollte, konnte nicht starten.

Ihr Seilkamerad Unterkircher war in der vergangenen Woche in eine Gletscherspalte gestürzt und tödlich verletzt worden. Nones und Kehrer hätten nach einer mehrstündigen Unterbrechung am Montag über ihr Satellitentelefon Kontakt mit dem Basislager aufnehmen könne, dabei hätten sie ihre Position durchgegeben und angekündigt, sie würden erst am Dienstag den Abstieg versuchen, hieß es in einem Blog-Eintrag auf Unterkirchers Website vom Montagnachmittag.

Das Satellitentelefon hatten ihnen am Samstag zwei eigens eingeflogene italienische Retter abgeworfen. Auch Lebensmittel und Brennstoff wurden den beiden in Bergnot geratenen Männern auf diesem Wege zugänglich gemacht.

"Wir hoffen, dass wir durch Luftaufklärung herausfinden können, wo Walter und Simon sind, denn der Gletscher, den sie überqueren müssen, ist sehr groß und schwierig", sagte der italienische Bergretter Maurizi Gallo im italienischen Fernsehen. Nones und Kehrer hatten am Wochenende per Satellitentelefon ein erstes Lebenszeichen gegeben und mitgeteilt, dass sie sich außer Lebensgefahr befänden. "Wir befinden uns außerhalb der Gefahrenzone, es geht uns gut", sagten die beiden Bergsteiger laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Ansa.

Der 8125 Meter hohe Nanga Parbat im Himalaya im Norden Pakistans gilt unter Alpinisten als einer der gefährlichsten Berge der Welt. Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner, dessen Bruder, am 27. Juni 1970 am Berg an den Folgen der Höhenkrankheit verstarb, äußerte sich am Montag im Nachrichtensender N24 optimistisch über den Ausgang des Bergabenteuers. "Ich glaube, dass die beiden ganz gut herunterkommen. Sie haben Nahrungsmittel und Brennstoff gekriegt und sind per Satellit mit dem Basislager verbunden", sagte der legendäre Bergsteiger.