Trotz aller Beteuerungen der Bahn: Das Unternehmen hat offenbar nach wie vor Sicherheitsprobleme bei den Achsen einiger ICE-Züge. Darauf weisen interne Dokumente hin.
Die Deutsche Bahn hat offenbar weiter technische Probleme mit ihren Hochgeschwindigkeitszügen. Dies geht übereinstimmend aus Recherchen des ARD-Magazins "Monitor" und Spiegel Online hervor. Die ARD bezieht sich auf ein Schreiben vom 5. August, Spiegel Online bezieht sich zudem auf ein Schreiben vom 8. August
Weiterhin Probleme bei ICE-Zügen? (© Foto: AP)
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Die Mitteilungen an das Eisenbahnbundesamt (EBA) legten nahe, dass es Bedenken wegen der "Dauerfestigkeit" von Radsatzwellen gibt. Diese Erkenntnisse stehen offenbar in Zusammenhang mit der Suche nach den Ursachen der Entgleisung eines Hochgeschwindigkeits-ICE im Kölner Hauptbahnhof vor gut einem Monat.
Wie die Online-Ausgabe der ARD-"Tagesschau" schreibt, werden bei den Laufradachsen in 17 ICE-3-Zügen der Baureihe 406 die vorgeschriebenen europäischen Zulassungsnormen nicht eingehalten. Das gehe aus dem genannten Schreiben vor: "Für diesen Laufradsatz (...) wird die Dauerfestigkeit nicht nachgewiesen."
"Monitor" zufolge könnten diese Achsen ein Sicherheitsproblem darstellen. Vatroslav Grubisic, lange Jahre in leitender Position beim Fraunhofer Institut für Betriebsfestigkeit beschäftigt, kommt in der Sendung zu einem alarmierenden Urteil: "Im Prinzip durfte man solche Achsen nicht einbauen. Im Prinzip dürften diese Züge nicht freigegeben werden. Es ist unverständlich, dass seit Jahren diese Achsen im Einsatz sind, obwohl sie die Normen nicht erfüllen."
Wie ernst die Gefahr eingeschätzt werde, ergibt sich demnach aus den Kompensationsvorschlägen, die der Eisenbahnbetriebsleiter der DB Fernverkehr AG in den zwei Briefen vom 5. und 8. August an das EBA aufzeigt habe, schreibt der Spiegel.
Durch die Maßnahmen solle der Druck auf besonders beanspruchte Laufradsätze in den mittleren Waggons reduziert werden. Zudem sollten kürzere Untersuchungsintervalle eingeführt werden. Wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens im Zusammenhang mit der Entgleisung des ICE-Zuges in Köln wolle sich die Bahn nicht zu weiteren Einzelheiten äußern.
Zum Thema der Radsatzwellen habe der Konzern lediglich mitgeteilt: "Die Radsatzwellen sind gemäß den zugrundeliegenden europäischen Normen hergestellt und weisen dementsprechend die notwendige Dauerfestigkeit für den Einsatz im Hochgeschwindigkeitsbereich auf."
Zudem seien nach "mehr als drei Milliarden Kilometern" noch keine "Anzeichen für Rissbildung festgestellt" worden.
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(sueddeutsche.de/grc)
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