Bahlsen-Wahrzeichen verschwunden Suche nach dem goldenen Keks

100 Jahre lang zierte ein vergoldeter Keks die Fassade des Bahlsen-Firmensitzes, nun ist das 20 Kilo schwere Gebäckstück aus Bronze verschwunden. Die Hintergründe sind rätselhaft. Für die Wiederbeschaffung wurde jetzt sogar eine Belohnung ausgesetzt.

Der Gebäckhersteller Bahlsen vermisst sein Firmen-Wahrzeichen, den 100 Jahre alten goldenen Leibniz-Keks. Seit 1913 zierte er die Außenfassade des Stammhauses der Firma in der Innenstadt von Hannover - seit Montag gilt er als verschwunden. Firmenchef Werner M. Bahlsen hat eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

Feststeht, dass es nicht so einfach gewesen sein dürfte, den Keks zu stehlen, der in etwa fünf Metern Höhe zwischen zwei bronzenen Figuren an der Fassade des Stammhauses angebracht war. Das vergoldete Gebäckstück aus Bronze ist 20 Kilo schwer und etwa einen halben Meter hoch, der Täter muss also einiges an Kraft und Geschicklichkeit aufgewendet haben, um es zu stehlen.

Hinzu kommt, dass das Stammhaus an einer belebten Straße liegt, etwa 250 Bahlsen-Verwaltungsmitarbeiter gehen dort täglich ein und aus, rund um die Uhr fahren Autos vorbei.

20 Kilo Bronze bringen bei einem Schrotthändler im Internet derzeit gerade mal knapp 100 Euro ein. Wie viel das Firmen-Wahrzeichen tatsächlich wert ist, weiß man bei Bahlsen nicht. "Über den materiellen Wert können wir nichts sagen. Für uns zählt der ideelle Wert und der ist hoch", sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa.

Nicht einfacher wird die Suche nach dem Täter auch durch den Umstand, dass der Diebstahl eventuell tagelang nicht auffiel. Wann genau der Keks verschwand, ist unklar. Ein Bahlsen-Beschäftigter erinnert sich, das Wahrzeichen drei Tage nach Neujahr zum letzten Mal bewusst gesehen zu haben, erst an diesem Montag aber schlug eine andere Mitarbeiterin Alarm. Bei der Polizei in Hannover gibt es bisher keine Hinweise auf den Keksdieb.