Bacon-Gemälde gestohlen Spektakulärer Kunstraub im Zentrum Madrids

Francis Bacon gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Diese Porträtstudien wurden 2015 im Rahmen einer Ausstellung des Auktionshauses Christie's in London gezeigt.

(Foto: dpa)
  • Kunstdiebe haben in Madrid Gemälde von Francis Bacon im Wert von mehr als 30 Millionen Euro erbeutet.
  • Der Diebstahl ereignete sich bereits vor neun Monaten, doch bislang ermittelte die Polizei im Geheimen.
  • Der Verkauf der Bilder dürfte sich Experten zufolge schwierig gestalten.

Mitten im Zentrum von Madrid haben Unbekannte aus einer Privatwohnung fünf Werke des britischen Malers Francis Bacon gestohlen. Sie gehören einem Freund des Künstlers, der die Bilder von dem 1992 gestorbenen Maler geerbt hatte, berichtete die spanische Zeitung El País.

Ihr Wert wird auf mehr als 30 Millionen Euro geschätzt. Damit ist der Kunstdiebstahl einer der größten in der jüngeren Geschichte Spaniens.

Keine Fingerabdrücke

Die Diebe schlugen bereits bereits im Juni 2015 zu, was die Ermittler bislang geheim gehalten hatten. Neun Monate später fehlt von den Tätern jede Spur.

Nach Informationen der Zeitung hatten die Diebe eine kurze Abwesenheit des Kunstsammlers genutzt, um in die Wohnung in der Nähe des Madrider Opernhauses einzubrechen. Es gelang ihnen, die Alarmanlage auszuschalten und mit den Bildern zu verschwinden, ohne Fingerabdrücke oder sonstige Spuren zu hinterlassen.

"Das spricht sich sofort herum"

"Die Diebe werden es schwer haben, die Werke zu verkaufen", sagte ein Experte der Zeitung. "Der Kreis der potenziellen Abnehmer ist klein. Wenn ein Bacon-Bild angeboten wird, spricht sich das sofort herum."

Bacon war einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Die Werke des in Dublin geborenen und später in London lebenden Malers werden auf Auktionen zu Rekordpreisen gehandelt.

Bacon starb 1992 im Alter von 82 Jahren während eines Besuchs in Madrid an den Folgen eines Herzinfarkts. Er reiste regelmäßig in die spanische Hauptstadt, um Freunde und das Prado-Museum zu besuchen.