Australien Kommission untersucht Vertuschung von Kindesmissbrauch

Mehr als 5000 Zeugen sollen gehört werden: In einer landesweiten Ermittlung sollen in Australien zahlreiche Fälle von Kindesmissbrauch aufgeklärt werden. Besonders im Fokus steht die katholische Kirche.

In Australien wird landesweit wegen Kindesmissbrauchs in Kirchen, Schulen und zahlreichen anderen Einrichtungen ermittelt. Eine nun eingesetzte Kommission soll Medienberichten zufolge ab Mittwoch unter anderem Vorwürfen der Polizei nachgehen, wonach die katholische Kirche Beweise versteckt und verdächtigte Priester geschützt haben soll.

Der Vorsitzende der überparteilichen Untersuchungskommission, Peter McClellan, sagte, dass mehr als 5000 Zeugenaussagen erwartet würden. Von Mittwoch an könnten sich Betroffene an die Kommission wenden und ihre Geschichte erzählen. Erste Anhörungen sind im Mai geplant. Ein Zwischenbericht soll im kommenden Jahr vorgelegt werden, ein abschließender Text wird Ende 2015 erwartet.

"Die Vorwürfe zu sexuellem Missbrauch von Kindern, die jüngst ans Licht gekommen sind, sind herzzerreißend", hatte Regierungschefin Julia Gillard im November gesagt. Damals hatte sie die Kommission zur Untersuchung des Umgangs mit Missbrauchsfällen und -vorwürfen in Institutionen eingesetzt. Nicht nur Kirchen, sondern alle Einrichtungen müssten untersucht werden - darunter auch Schulen, Jugendgruppen, Kinderheime, Sportvereine, sowie vom Staat geförderte Kinderschutzzentren.