Die ultrakatholische Kinderbeauftragte der polnischen Regierung präsentierte nun ihren Abschlussbericht. Die violette Figur mit Handtasche ist wohl entgegen des Anfangsverdachts doch nicht homosexuell.
Die polnischen Kinder können aufatmen. Die Teletubbies sind entgegen einem amtlich geäußerten Anfangsverdacht offenbar doch nicht schwul. Dies räumte die Kinderbeauftragte der polnischen Regierung Ewa Sowinska ein, die der ultrakatholischen Liga der Polnischen Familie angehört.
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In einem Anfang der Woche erschienenen Interview hatte sie noch erklärt, es müsse überprüft werden, ob in dieser Fernsehserie für Kleinkinder nicht "unzulässige sexuelle Inhalte" propagiert würden.
Mit diesem Satz erregte Sowinska nicht nur in Polen Aufsehen. Denn zur Begründung hatte sie angeführt, sie habe erfahren, dass die violette Figur Tinky-Winky ein Junge sein solle, aber immer eine Handtasche trage.
Doch nachdem Sowinska sogar aus den Reihen der nationalkonservativen Regierung unter Beschuss geraten war, machte sie einen Rückzieher: "Ein bedeutender Sexualwissenschaftler hat schädliche Auswirkungen der Fernsehserie auf Kinderseelen ausgeschlossen."
Und ihr Parteichef Roman Giertych, der als Erziehungsminister in der "Propagierung von Homosexualität" eine große Gefahr für Polens Jugend sieht, ließ sich eine besondere Demutsgeste einfallen: Er trat mit einem Tinky-Winky in einer politischen Talkshow auf und streichelte ihn live.
Das Problem ist damit aber nach Meinung der liberalen und linken Opposition längst nicht gelöst. Es gehe nicht um die Teletubbies, sondern um die Idee in den Köpfen der Nationalkatholiken, dass Homosexualität eine Art Krankheit sei, an der man sich anstecken könne. In der Tat gehört der Begriff "Homosexuellen-Propaganda" zum Standardvokabular nicht nur Giertychs, sondern auch der Kaczynski-Zwillinge, der beiden starken Männer an der Weichsel.
Diese haben keinen Einspruch gegen die Anweisung Giertychs an die Schulleiter erhoben, in Zukunft keine Vertreter von Homosexuellenverbänden mehr an Schulen auftreten zu lassen.
Kinderbeauftragte Sowinska und Erziehungsminister Giertych werden nun mit Anfragen aus dem Oppositionslager überschwemmt. Die Sexualexperten der Regierung sollten doch bitte auch untersuchen, ob es nicht Kinderseelen schaden könne, was die sieben Zwerge so getrieben hätten, bevor Schneewittchen bei ihnen aufgetaucht sei.
Es stelle sich auch die Frage, ob die sehr innige Freundschaft zwischen Bolek und Lolek, den beiden berühmten polnischen Zeichentrickfiguren, nicht unterschwellig gefährliche Botschaften transportiere, die dem Gesetz der Natur zuwiderliefen.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(SZ vom 1.6.2007)
Bundespräsident Gauck in Israel
Ich möchte hier gern meinen Kommentar wiederholen, den ich abgegeben habe zu dem schweizer Abgeordneten, der im Parlament darüber befinden lassen wollte, ob DJ Bobo mit seinem Vampir-Song beim Eurovision Song Contest antreten darf (da damit ja verwerfliche Texte verbreitet würden): Glücklich das Land, in dem sich die Volksvertreter mit derlei beschäftigen können! Offenbar kann es in Polen ja keine ernsthaften Probleme geben, oder?
"Sexualität erfüllt naturgemäß nur den Zweck der Arterhaltung. "
Schmarrn. Sex macht auch Spaß - sonst würde es auch mit der Arterhaltung nicht so gut klappen ;)
Allerdings weiß ich nicht, ob ich ob der Kommentare und der Thematik des Artikels (Tinky Winky trägt Handtasche und ist deshalb schwul und das soll ein Problem sein?!) lachen oder weinen soll.
Angeboren vielleicht, höchstwahrscheinlich aufgrund eines Gendefektes bei einigen Exemplaren der Gattung Homo sapiens sapiens, auf alle Fälle widernatürlich.
Im gesamten Tierreich gibt es das Phänomen Homosexualität nicht, Sexualität erfüllt
naturgemäß nur den Zweck der Arterhaltung.
Homosexualität hat keine gesellschaftlich relevante Funktion, sondern ist nur eine
Spielerei von normaler Sexualität gelangweilter Außenseiter.
Ich glaube kaum, dass man zum Schwul-sein erzogen werden kann oder nicht. Schwul sein ist auch keine (heilbare) Krankheit, wie mein Lexikon aus den 1960ern noch gesagt hat.
Man kann aber zu Toleranz gegenüber Andersartigen erzogen werden, richtig.
Z.B. zu Toleranz gegenüber Religiösen, Muslimen, Behinderten, Schwarzen, Weißen, Schwulen, konservativen CSU Wählern, linken Hippies, gut verdienenden Heuschrecken, armen Schluckern etc...
Die Erziehung hat aber keine Auswirkungen darauf, ob Mann eher auf Männer oder auf Frauen steht.
Sonst gäbe es schließlich auch keine schwulen Priester oder amerikanische Fernsehprediger die Abstinenz (Wasser) predigen und die Dienste einer Escortagentur in Anspruch nehmen (Wein predigen). (Hat der sich nicht sogar eventuell einen männlichen Escort bestellt?)
dass Jesus mit seinen Jüngern die erste schwule WG gegründet hat, sind die Tele-Tubbies
nur noch Waisenknaben.
Paging