Atlantik Havarierter Frachter: Experten sind mit letztem Abschleppversuch erfolgreich

  • Seit mehreren Tagen treibt der Frachter Modern Express führerlos vor der französischen Küste.
  • Endlich ist es vier Experten gelungen, auf das Schiff zu gelangen.

Zur Rettung des havarierten Frachters Modern Express haben Experten einen letzten Abschleppversuch gestartet. Mitarbeiter der niederländischen Spezialfirma SMIT Salvage wurden am Montagmorgen auf das 50 Kilometer vor der französischen Küste treibende Schiff geflogen.

Die Rettungsaktion sei ein Erfolg und das Schiff werde nun nach Westen geschleppt, sagte ein Sprecher der französischen Meerespräfektur für den Atlantik am Montag. Nachdem ein Spezialistenteam eine Schleppleine an Bord befestigte, konnte ein Schlepper die Modern Express in Richtung offene See drehen.

So wurde verhindert, dass das seit knapp einer Woche führerlos durch den Atlantik treibende Schiff bald an der französischen Küste südlich des Ferienorts Arcachon strandet. "Heute geht es darum, den Konvoi von der Küste zu entfernen", sagte der Sprecher. Es bestehe weiterhin die Gefahr, dass die Schleppleine reiße.

Hintergrund: Schieflage wegen verrutschter Ladung

Die Besatzung des 164 Meter langen Frachters auf dem Weg von Gabun zum nordfranzösischen Hafen Le Havre hatte am vergangenen Dienstag 280 Kilometer vor der spanischen Küste ein Notsignal abgesetzt.

Das in Panama registrierte Schiff war in eine dramatische Schieflage geraten, vermutlich war die Ladung - 3600 Tonnen Holz und Arbeitsmaschinen - verrutscht. Die 22-köpfige philippinische Besatzung wurde mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht. In den vergangenen Tagen scheiterten mehrere Versuche, die mit einem Neigungswinkel von 40 bis 50 Grad durchs Meer treibende Modern Express abzuschleppen.

Zuletzt verhinderten heftige Winde mit Spitzengeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern und fast sechs Meter hohe Wellen das Vorhaben, Spezialisten mit Hubschraubern an Bord des Schiffes zu bringen. Jetzt hat sich das Wetter verbessert, vier Bergungsexperten gelangten auf den Frachter.