| 08.04.2008
15:11 Uhr
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Nach Protesten gegen China
"Der Fackellauf wird seine Reise fortsetzen"
Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele hält an der Route des Fackellaufes zunächst fest. Erst am Freitag soll über die Zukunft des Laufes diskutiert werden. Das olympische Feuer ist derweil in San Francisco angekommen und wurde aus Angst vor Ausschreitungen an einen geheimen Ort gebracht.
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Am Dienstagnachmittag traf die olympische Flamme dann unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in San Francisco ein - und wurde aus Angst vor erneuten Protesten an einen geheimen Ort gebracht. "Wir werden natürlich über die Strecke der olympischen Flamme sprechen", sagte Rogge weiter in Peking. Dann werde gesehen, welche Folgerungen gezogen werden müssten. Zuvor hatte IOC-Vizepräsidentin Gunilla Lindberg einen Abbruch des weltweiten Fackellaufs ins Gespräch gebracht. Auf die Frage, ob sie dies für möglich halte, sagte sie in Peking, darüber werde es mit Sicherheit Diskussionen geben. Der hochrangige IOC-Vertreter Kevan Gosper zeigte sich "äußerst enttäuscht" über die Demonstrationen in London und Paris. Die Demonstranten zeigten mit ihren Protesten ihren "Hass" gegen China, und dieser Hass richte sich dann gegen "unsere Fackel", sagte er in Peking. Nach heftigen Protesten am Sonntag in London waren bei Demonstrationen gegen den Fackellauf in Paris am Montag 18 Menschen festgenommen worden. Der Lauf wurde vorzeitig abgebrochen.
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In San Francisco machten Demonstranten mit einer spektakulären Aktion deutlich, dass auch dort beim Fackellauf am Mittwoch mit Protesten zu rechnen sei. Drei Demonstranten enthüllten am Montag (Ortszeit) an der weltbekannten Golden Gate Bridge ein Transparent mit der Aufschrift "Freies Tibet 08". Nachdem sie von der Brücke heruntergeklettert waren, wurden sie festgenommen. Die Polizei in San Francisco kündigte ein massives Sicherheitsaufgebot für den Fackellauf an. Auch in Buenos Aires, Canberra, Neu-Delhi und anderen Stationen des Fackellaufs bereiteten die Behörden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen vor. Der Generalsekretär der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF), Robert Ménard, kündigte im Radiosender RFI an, zum Fackellauf nach San Francisco zu reisen. "Unser Ziel ist nicht, die Feier zu verderben", betonte er. Mit ihren Protestaktionen wolle seine Organisation jedoch dazu beitragen, dass die demokratischen Staaten Druck für eine Verbesserung der Menschenrechtslage in China ausübten. Der Sprecher des Pekinger Organisationskomitees der Spiele, Sun Weide, sagte, "keine Kraft" könne den Fackellauf stoppen. "Der Fackellauf wird seine Reise weiter fortsetzen mit der Unterstützung von Menschen in der ganzen Welt." Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums machte "tibetische Separatisten" für die Proteste verantwortlich. Tatsächlich erlebten die Menschen in Tibet unter chinesischer Regierung nach einer Epoche der Leibeigenschaft ein "goldenes Zeitalter". Der Dalai Lama forderte den russischen Ex-Präsidenten Michail Gorbatschow zur Vermittlung bei dem Konflikt in Tibet auf. Er und andere bekannte Politiker sollten sich nach dem Willen des geistlichen Oberhaupts der Tibeter für eine friedliche Lösung einsetzen, sagte Gorbatschow am Montagabend der Nachrichtenagentur Interfax. Die Organisatoren der Olympischen Spiele in Peking haben den bisher größten Fackellauf geplant; er soll bis zum Beginn des Sportereignisses am 8. August neben Griechenland und China durch weitere 19 Länder führen und dabei insgesamt 137.000 Kilometer zurücklegen. Dass der Fackellauf nach der Entzündung der Flamme in Griechenland vor dem Gastgeberland der Spiele auch durch andere Länder führt, war erst anlässlich der Olympischen Spiele in Sydney im Jahr 2000 wieder eingeführt worden. (AFP/jüsc)
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