Arktische Kälte in den USA "Bleiben Sie zu Hause!"

Winterstürme und extreme Kälte setzen den Menschen im Norden und Mittleren Westen der USA weiter zu. Meteorologen raten von Ausflügen ab und warnen vor Erfrierungen binnen Minuten. In einigen Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen.

Heftige Schneefälle, klirrende Kälte und eisige Winde haben das öffentliche Leben in großen Teilen Nordamerikas erstarren lassen. Vom Mittleren Westen bis zur Ostküste der USA rechneten Meteorologen damit, dass die Temperaturen in einigen Regionen auf die tiefsten Stände seit etwa 20 Jahren sinken könnten. In den Bundesstaaten New York und New Jersey wurde der Notstand ausgerufen. Insgesamt könnten rund 140 Millionen Amerikaner von North- und South Dakota bis in die Neuengland-Staaten an der Ostküste betroffen sein, schätzte CNN. Die arktischen Temperaturen sollen mindestens bis zur Wochenmitte anhalten.

Landesweit fielen tausende Flüge wegen Kälte und Schneetreibens aus. Allein auf dem Flughafen von Chicago mussten am Sonntag mehr als 2000 Flüge gestrichen werden. Auch New York und Boston waren stark betroffen. Auf dem New Yorker Flughafen John F. Kennedy rutschte am Sonntag ein gerade gelandetes Flugzeug von einer durch Schnee und Eisregen offenbar spiegelglatten Rollbahn. An Bord der aus dem kanadischen Toronto kommenden Maschine mit insgesamt 35 Insassen habe es keine Verletzten gegeben, teilte die Flugaufsicht mit.

Erfrierungen binnen fünf Minuten

In Chicago, wo am Montag aufgrund arktischer Winde eine gefühlte Temperatur von minus 33 Grad Celsius herrschte, rief der Leiter der örtlichen Katastrophenschutzbehörde die Bürger auf, möglichst nicht vor die Tür zu gehen. "Alltägliche Tätigkeiten sind vielleicht nicht möglich", warnte Gary Schenkel in der Chicago Tribune. "Wenn möglich, bleiben Sie zuhause."

Auch die Behörden von Mississippi und Ohio riefen die Bewohner auf, bei der klirrenden Kälte ihre Wohnungen nicht zu verlassen und auf Vorräte zurückzugreifen. Unter solchen extremen Bedingungen könnten die Menschen im Freien innerhalb von nur fünf Minuten Erfrierungen erleiden.

Das Auswärtige Amt rät Reisenden, ihre Pläne aufgrund des Schneesturms anzupassen. Außerdem sollten sie die Medienberichterstattung aufmerksam verfolgen und den Anweisungen der Behörden Folge leisten, heißt es in den Reisehinweisen für die USA. Alle Bürger in den Bundesstaaten New York und New Jersey wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben.

Schulen in mehreren Bundesstaaten geschlossen

Für den Norden des US-Bundesstaats Indiana und einen Teil Michigans gab der Nationale Wetterdienst Blizzard-Warnungen heraus. Auch in weiteren nördlichen Bundesstaaten blieben vielerorts die Schulen am Montag geschlossen. In Minnesota sollten sogar alle Schüler zu Hause bleiben. So etwas hat es in dem durchaus an Winter gewöhnten Bundesstaat Medienberichten zufolge seit 17 Jahren nicht mehr gegeben. "Ich habe diese Entscheidung getroffen, um unsere Kinder vor den gefährlich niedrigen Temperaturen zu schützen", sagte Gouverneur Mark Dayton.

Weiter sinkende Temperaturen erwartet

Meteorologen erwarten, dass die Temperaturen vor allem im Mittleren Westen im Laufe des Montags und in den kommenden Tagen weiter fallen. Nach Angaben der Wetterdienste könnte die Temperatur am Montag im Bundesstaat Minnesota auf -54 Grad Celsius sinken. In anderen Teilen der USA könnte die Temperatur "gefühlte -48 Grad" erreichen.

Bei der anhaltenden Kältewelle kamen in den USA bislang mindestens 13 Menschen ums Leben. Die meisten von ihnen starben bei Verkehrsunfällen. Im Staat Wisconsin erlag ein älterer Mann einer Unterkühlung. Im Bundesstaat New York verließ eine an Alzheimer erkrankte ältere Frau ihre Wohnung - und wurde später gut 30 Meter entfernt erfroren im Schnee aufgefunden.

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