In einem Fernsehbeitrag bittet der in Thailand festgenommene Kanadier seine Familie um Hilfe. Er muss vorerst zwölf Tage in Haft bleiben.

Der mit Hilfe einer Internetfahndung in Thailand gefasste mutmaßliche Kinderschänder aus Kanada bleibt für mindestens zwölf Tage in Untersuchungshaft. Dies ordnete ein Richter am Strafgerichtshof in Bangkok an.

Der Verdächtige Christopher Paul N. im Gerichtgebäude in Bangkog (© Foto: Reuters)

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Dem vorläufigen Strafmaß könnte eine Verlängerung der Haft um 84 Tage folgen, während ein Gerichtsverfahren vorbereitet wird. Der 32-jährige N. bestritt der Polizei zufolge, Kinder in Thailand sexuell missbraucht zu haben. Darüber hinaus habe sich der Kanadier bislang nicht weiter geäußert, sagte ein thailändischer Polizeivertreter vor Journalisten.

Auch Reuters-Fernsehreportern gegenüber lehnte der Verdächtige einen Kommentar zu den Vorwürfen ab, bat aber seine Familie vor laufender Kamera um Hilfe. "Das ist alles. Helft mir hier raus."

Der Polizei zufolge hat er Kontakt zur kanadischen Botschaft aufgenommen und seine Familie in Kanada angerufen. Sein Bruder Matthew N. sagte, er könne sich nicht vorstellen, was in Christophers Kopf vorgehe. Matthew N. zeigte sich erleichtert, dass sein Bruder in Gewahrsam ist. "Ich hätte es gern, dass er nach Kanada zurückkehrt", sagte er zu Journalisten. Aber er verstehe, dass internationale Vorfälle und Anschuldigungen im Raum stünden.

Die kanadischen Behörden haben angekündigt, die Auslieferung des Mannes beantragen zu wollen. Seine Familie erklärte, sie hoffe auf eine Auslieferung, damit er sich in Kanada den gegen ihn erhobenen Vorwürfen stellen könne.

Kanada will Auslieferung beantragen

Der Englischlehrer wird beschuldigt, zahlreiche Jungen sexuell misshandelt zu haben. Einige seiner Opfer sollen erst sechs Jahre alt gewesen sein. N. wird in Thailand vorgeworfen, ein Kind unter 15 Jahren ohne elterliche Erlaubnis in Missbrauchsabsicht zu sich genommen zu haben. Darauf stehen bis zu 20 Jahre Haft.

Außerdem wird ihm unter anderem sexueller Missbrauch eines Kindes unter 15 vorgeworfen. Eine solche Straftat kann mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden. Er soll sich auch in Vietnam und Kambodscha an mehreren Kindern vergangen haben. Ein Polizeisprecher erklärte, die Ermittlungen könnten etwa einen Monat dauern, ein Prozess könne anschließend bald beginnen.

Christopher N. war am Freitag nach einer landesweiten Fahndung aufgespürt worden. Interpol hatte die Öffentlichkeit im Internet um Hilfe bei der Fahndung nach dem Mann gebeten, nachdem Computerspezialisten des Bundeskriminalamtes (BKA) sein digital stark verfremdetes Gesicht kenntlich gemacht hatten.

Erste Bilder des Gesuchten waren der deutschen Polizei bereits 2004 in die Hände gefallen. Seitdem haben die Behörden im Internet etwa 200 anonymisierte Fotos des Mannes gefunden, auf denen er insgesamt zwölf Jungen missbraucht.

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(AP/Reuters/gal/bavo)