Anschlag auf Boston-Marathon Fälschlich verdächtigter Student tot aufgefunden

Das Gerücht, der im März verschwundene Student Sunil Tripathi sei in den Anschlag auf den Boston-Marathon verwickelt, verbreitete sich rasend schnell. Erst nach Stunden konnte die Behauptung entkräftet werden. Jetzt wurde der 22-Jährige tot aufgefunden.

Für wenige Stunden wurde Sunil Tripathi verdächtigt, einer der Bombenleger des Boston-Marathons zu sein. Insbesondere über die Online-Plattform Reddit hatte sich das Gerücht über die angebliche Beteiligung des 22-Jährigen an dem Anschlag rasend schnell verbreitet. Erst nach einigen Stunden konnte die Behauptung durch die Polizei entkräftet werden. Jetzt bestätigten US-Behörden, dass es sich bei einem Toten, der am vergangenen Dienstagabend aus dem Providence River im US-Bundesstaat Rhode Island geborgen wurde, um Sunil Tripathi handelt. Auch die Familie des Inders gab seinen Tod auf ihrer Facebook-Seite bekannt.

"As we carry indescribable grief, we also feel incredible gratitude. To each one of you - from our hometown to many distant lands-we extend our thanks for the words of encouragement, for your thoughts, for your hands, for your prayers, and for the love you have so generously shared. Your compassionate spirit is felt by Sunil and by all of us."

Zuvor hatte Tripathis Familie intensiv nach dem am 16. März verschwundenen Studenten der Brown University in Rhode Island gesucht. In einem Aufruf auf der Videoplattform Youtube hieß es: "Sunny, komm zurück! Wir vermissen dich!"

Jetzt bekam die Familie traurige Gewissheit. Laut dem zuständigen Gerichtsmediziner dauert die Untersuchung des Leichnams zwar noch an, bisher gebe es jedoch keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Der Tote habe "sehr lange" im Wasser gelegen.

Nach seinem Verschwinden hatte die Polizei laut CNN sein Handy, sein Portemonnaie und einen Abschiedsbrief gefunden. In vielen Medienberichten hieß es zuvor, Tripathi habe an Depressionen gelitten. Doch sein Bruder Ravi sagte am Mittwochabend dem Sender CNN, dass es diese Diagnose nie gegeben habe. Tripathis Schwester, Sangeeta, hatte zuvor bestätigt, dass Sunil vor seinem Verschwinden eine "schwierige Zeit" durchgemacht habe.

Die Rektorin der Brown University, Christina Paxson, sagte, Tripathi würde dank seines "freundlichen Auftretens und großzügigen Charakters" in Erinnerung bleiben. Sie beschrieb ihn als einen "begabten Saxophonisten" und einen "ernsthaften, nachdenklichen, intelligenten, neugierigen Studenten und brillanten Autor".