Das amerikanische Ex-Playmate Anna Nicole Smith hat sich zur Abwechslung einmal ungewöhnlich zugeknöpft gegeben: Bei ihrem Auftritt vor dem obersten US-Gericht steht für sie schließlich auch einiges auf dem Spiel.

In ihrem jahrelangen Rechtsstreit um ein Millionenerbe erschien die frühere Oben-ohne-Tänzerin am Dienstag ganz züchtig in Schwarz gekleidet, mit großer schwarzer Sonnenbrille und langer blonder Mähne zu einer Anhörung vor dem höchsten US-Gericht in Washington.

Anna Nicole Smith in Begleitung ihres Anwalts Howard Stern vor dem Gebäude des Supreme Courts in Washington. (© Foto: AP)

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Auch bei Fragen der Reporter zeigte sich die 38-Jährige völlig zugeknöpft und sagte kein Wort.

In dem erbitterten Erbstreit mit dem Sohn ihres 1995 gestorbenen Ehemannes geht es um 88 Millionen Dollar (74 Millionen Euro).

Das Oberste Gericht muss entscheiden, ob sich Bundesgerichte den Entscheidungen des Erbschaftsgerichts eines Bundesstaates im Falle eines Streits der Hinterbliebenen über den letzten Willen des Verstorbenen beugen müssen.

Gegensätzliche Urteile

Beide Gerichte fällten in der Vergangenheit gegensätzliche Urteile. Von der Entscheidung hängt ab, ob und wie viel Geld das Model aus dem Millionenerbe bekommt.

Smith arbeitete als Stripperin in einem Nachtclub, als sie ihren späteren Mann, den Milliardär Howard Marshall, kennen lernte. Sie war 26 und er 89, als beide im Juni 1994 heirateten.

Nur 14 Monate später starb Marshall. Seitdem streiten Smith und der Sohn Marshalls, Pierce, um das Millionenerbe.

Mündliches Versprechen

Das frühere Unterwäschemodell der H&M- Handelskette macht dabei ein mündliches Versprechen ihres Ex-Gatten geltend. Nach Angaben des Sohnes hat das Model rund 6,6 Millionen Dollar zu Lebzeiten seines Vaters erhalten; darunter 700.000 Dollar für Kleidung und 2,8 Millionen für Schmuck.

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(sueddeutsche.de/dpa)