Anklage in Indien Mutmaßlichen Vergewaltigern droht die Todesstrafe

Fünf Tage ist es her, dass ihr Opfer den Kampf gegen den Tod verlor. Nun soll Anklage gegen fünf der mutmaßlichen Vergewaltiger einer Medizinstudentin aus Delhi erhoben werden. Ihnen droht die Hinrichtung.

Nach der brutalen Tat, die weltweit für Aufmerksamkeit und Entsetzen sorgte, kämpfte sie noch 13 Tage lang um ihr Leben - vergeblich. Jetzt, fünf Tage nach dem Tod des indischen Vergewaltigungsopfers, müssen sich die Peiniger der 23 Jahre alten Frau vor Gericht verantworten. Noch an diesem Donnerstag soll in Delhi Anklage wegen Mordes gegen fünf der sechs Beschuldigten erhoben werden.

Bei dem sechsten Tatverdächtigen liefen noch medizinische Tests, ob er minderjährig sei, sagte ein Polizeisprecher. Erst danach werde sich herausstellen, ob auch bei ihm Erwachsenenstrafrecht angewandt werden könne. Den volljährigen Beschuldigten droht die Todesstrafe. Der Prozess soll vor einem neuen Schnellgericht verhandelt werden.

Das 23-jährige Opfer war am 16. Dezember von mehreren Männern in einem Bus in Delhi vergewaltigt, mit einer Eisenstange misshandelt und nackt aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden. Am Samstag war die junge Frau nach mehreren Notoperationen in einem Spezialkrankenhaus in Singapur an ihren Verletzungen gestorben. Ihr Begleiter wurde ebenfalls misshandelt und auf die Straße geworfen. Er überlebte verletzt.

Alle Beschuldigten waren innerhalb weniger Tage festgenommen worden. Die Nachrichtenagentur IANS berichtete am Mittwoch über neue Einzelheiten der Tat. Demnach sollen die Beschuldigten noch versucht haben, die Opfer zu überfahren, nachdem sie sie aus dem Bus geworfen hatten.

Der Fall löste landesweit Trauer, Entsetzen und Wut aus. In der indischen Hauptstadt Delhi demonstrierten wie in den 15 Tagen zuvor auch am Mittwoch wieder zahlreiche Menschen. An einem Protestmarsch in der Hauptstadt nahmen nach Angaben von Beobachtern mehrere Tausend Menschen teil. Die Polizei hatte nach dem Tod der Frau mitgeteilt, sie strebe die Höchststrafe für die Täter an. In besonders schweren Mordfällen kann in Indien die Todesstrafe verhängt und auch vollstreckt werden.

Zuletzt war im vergangenen November der letzte überlebende Attentäter der Terrorserie von Mumbai Ende 2008 gehängt worden. Es war die erste Hinrichtung seit 2004.