Vor der Küste Somalias haben Seeräuber erneut ein Schiff gekapert, wie die belgische Regierung mitteilte. Die niederländische Marine kam indes einem von Piraten entführten griechischen Tanker zu Hilfe.

Die niederländische Marine hat nach amtlichen Angaben vor Somalia zahlreiche Piraten-Geiseln befreit und mehrere Seeräuber festgesetzt.

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Archivbild des belgischen Schiffes "Pompei". (© Foto: AFP)

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Die Niederländer kamen einem griechischen Tanker im Golf von Aden nach einem Piratenüberfall zu Hilfe, wie Nato und niederländische Regierung mitteilten. Auf einem belgischen Schiff ereignete sich derweil nach Angaben der Regierung in Brüssel vor Ostafrika eine Geiselnahme.

Die unter Nato-Flagge fahrenden niederländischen Marine-Mitglieder seien dem Tanker Handytankers Magic zu Hilfe geeilt, der einen Notruf abgesetzt habe, sagte Nato-Kommandant Alexandre Fernandes. Der Piraten-Überfall auf den Tanker sei gescheitert. Auf einem gekaperten Fischerboot vor Ort hätten die Niederländer dann aber sieben mutmaßliche Seeräuber und 20 jemenitische Geiseln entdeckt, auch ein kleineres Boot hätten sie gesehen. Die Piraten seien entwaffnet und die Geiseln befreit worden.

Die Zahlen des niederländischen Außenministeriums wichen von den Nato-Angaben ab. Wie Außenamtssprecher Robin Middel sagte, fand die Marine am Einsatzort an Bord eines traditionellen arabischen Segelbootes 25 Menschen vor, neun von ihnen mutmaßliche Piraten, die übrigen 16 gefangene Fischer aus dem Jemen. Der Piratenangriff sei von dem gekaperten Segelboot aus erfolgt, die Seeräuber hätten dann in kleineren Booten zu fliehen versucht. Ein Schiff der britischen Marine habe sie aber in Schach gehalten, bis die niederländische Fregatte eingetroffen sei. Sieben Sturmgewehre und einen Raketenwerfer der Seeräuber hätten die Niederländer beschlagnahmt und zerstört.

Auf Order eines Nato-Geschwader-Kommandeurs mussten die mutmaßlichen Seeräuber freigelassen werden, wie Außenamtssprecher Middel sagte. Es gebe bei der Nato keinen rechtlichen Rahmen für derartige Festnahmen.

Das belgische Schiff Pompei wurde nach Regierungsangaben aus Brüssel gesichtet, nachdem zuvor der Kontakt abgebrochen war. Die Regierung bestätige eine Geiselname, sagte ein Sprecher des Krisenzentrums der belgischen Regierung. Die Pompei hatte Samstagfrüh zwei Notrufe abgesetzt, danach riss der Kontakt ab. An Bord des 1850-Tonnen-Schiffs sind den Angaben zufolge zehn Besatzungsmitglieder, darunter zwei Belgier sowie Angehörige verschiedener anderer Länder, darunter einen Niederländer, vier Kroaten und drei Philippiner. Die Pompei war auf dem Weg zu den Seychellen.

Im vergangenen Jahr haben somalische Piraten nach Angaben des Internationalen Schifffahrtsbüros mehr als 130 Handelsschiffe im Golf von Aden gekapert, was im Vergleich zu 2007 ein Zuwachs um 200 Prozent ist. Die schwerbewaffneten Seeräuber arbeiten häufig von hochmodernen Schnellbooten aus und halten die entführten Schiffe oft wochenlang in ihrer Gewalt, bevor sie sie gegen hohe Lösegelder freigeben.

Der deutsche Frachter Hansa Stavanger mit fünf Deutschen an Bord seit dem 4. April in der Gewalt von Piraten. Nach Informationen der regierungsunabhängigen Organisation Ecoterra wurde mittlerweile fast die gesamte Besatzung des vor Somalia entführten Frachters auf das somalische Festland verschleppt.

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(AFP/AP/cag)