Angebliche Kontakte zu Mafia-Clan Bushido stänkert auf Twitter gegen FDP-Kritiker

FDP-Politiker Serkan Tören fordert, Bushido den Integrations-Bambi abzuerkennen.

(Foto: dpa)

Pflegt Bushido Kontakte zu einem kriminellen Berliner Clan? Der Rapper schweigt, doch einige Politiker fordern bereits, Bushido den Integrations-Bambi, den er 2011 bekam, wieder abzuerkennen. Darauf reagiert der Rapper dann doch.

Die Geschichte klingt spektakulär. Einer der bekanntesten deutschen Musiker soll enge Verbindungen zu einem Berliner "Mafia-Clan" unterhalten. Bushido habe sein Leben an den Chef einer Familie verkauft, die tief in mafiöse Geschäfte verstrickt sei. Diesem Clan-Chef habe er eine Generalvollmacht erteilt, so dass dieser nun Zugriff auf das Geld des Rappers, seine Firmen und seine Immobilien habe.

Nachzulesen ist die ganze Geschichte in der aktuellen Ausgabe des Magazins Stern. Dort ist das angebliche Verhältnis zwischen Bushido und dem Clan-Chef Arafat A. auf zwölf Seiten nachgezeichnet (... hier geht es zu einer verkürzten Online-Version). Auf den ersten beiden Seiten ist groß die Unterschrift Bushidos unter der mutmaßlichen Generalvollmacht abgebildet. Das Schreiben liegt dem Magazin eigenen Angaben zufolge vor.

Bushido selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Nur auf Twitter gab er einen Kommentar an die Stern-Redaktion ab:

Wie der Stern schreibt, hat seine Anwältin presserechtliche Schritte gegen den Artikel angekündigt. Dafür reden andere. Berlins Innensenator Frank Henkel, CDU, und Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky, SPD, äußerten sich in der Berliner Morgenpost empört. Aus CDU und FDP wurden Forderungen laut, der Burda-Verlag solle Bushido den Integrations-Bambi aberkennen, den dieser 2011 erhalten hat.

Buschkowsky nannte das Ausstellen einer solchen Generalvollmacht "die Aufgabe des eigenen Willens, des gesamten Lebens". Offenbar betrachte Bushido die Großfamilie als seine "Adoptiveltern". Henkel nannte es "fragwürdig", dass Bushido den Integrations-Bambi tragen könne. Der CDU-Politiker forderte den Burda-Verlag auf, eine Aberkennung zu "prüfen".

Offensiver ging der integrationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Serkan Tören, an den Fall heran. Tören schrieb einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge an Verleger Herbert Burda. "Ich bitte Sie eindringlich, ihm den Integrationspreis abzuerkennen", zitiert das Blatt aus dem Schreiben. Wer "engen Kontakt" zu den "Größen der Berliner Unterwelt pflegt", sei kein Beispiel für Integration, sondern "das genaue Gegenteil davon".

Plötzlich jedoch ist Bushido gar nicht mehr so schweigsam. Zunächst reagiert der Rapper auf Twitter noch recht herablassend:

Dann kontert er Törens Forderung:

Und schließlich:

Der Burda-Verlag hat inzwischen ebenfalls reagiert. Eine Sprecherin bestätigte den Erhalt von Törens Brief. Zugleich sagte sie: "Derzeit planen wir nicht, Bushido den Preis abzuerkennen."

Burda vergibt den Bambi seit 1948 an nationale und internationale Persönlichkeiten. Berühmte Preisträger sind der frühere US-Präsident Bill Clinton und Box-Legende Mohammed Ali. Andere Preisträger des Integrations-Bambis sind der Fußballer Mesut Özil und der Berliner Rabbi Daniel Alter. In der Jury-Begründung zur Preisvergabe an Bushido hieß es 2011: "Bushido setzt sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft."