André Schulz Kripo-Gewerkschafter tritt nach Betrugsvorwürfen zurück

André Schulz, Ex-Vorsitzender vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK)

(Foto: dpa)

Weil er weniger gearbeitet haben soll als vereinbart, wird gegen den Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter ermittelt. Der bestreitet die Vorwürfe.

Er soll Geld bekommen haben für Arbeit, die er nicht geleistet hat: Nach Betrugsvorwürfen ist der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, zurückgetreten. Die Vorwürfe seien haltlos, er sei deshalb davon ausgegangen, dass die Ermittlungen innerhalb kürzester Zeit eingestellt würden, schreibt Schulz unter dem Titel "In Hamburg sagt man Tschüss!" auf der Internetseite des BDK.

Doch noch immer sei nicht abzusehen, wann die Staatsanwaltschaft Hamburg das Verfahren zu Ende bringe, so Schulz. "Auf dieser Basis ist es mir nicht mehr möglich, weiterhin mein Amt als Bundesvorsitzender unbefangen ausüben zu können", schreibt der Gewerkschafter in seiner Mitteilung. Dem Radiosender NDR Info sagte er , er wolle durch den Schritt Schaden vom BDK abwenden. Der 48-Jährige will sein Amt zum 31. Mai niederlegen.

Schulz wird seit vergangenem Jahr vorgeworfen, Bezüge aus seiner Tätigkeit als Kriminalhauptkommissar bei der Polizei Hamburg zu Unrecht kassiert zu haben. Demnach hatte er 2014 vereinbart, dort nur noch in einer 50 Prozent-Stelle zu arbeiten, weil er gerade BDK-Chef geworden war. Tatsächlich soll er aber keine 20 Stunden abgeleistet haben - und trotzdem das Gehalt kassiert haben.

Razzia bei BDK-Chef André Schulz

Grund dafür sind im vergangenen Jahr bekanntgewordene Betrugsvorwürfe: Schulz soll nach seinem Antritt als BDK-Chef ungerechtfertigte Bezüge als Kommissar erhalten haben. mehr...

Ende März hatten Polizei und Staatsanwaltschaft das Hamburger Privathaus des Kriminalhauptkommissars und die Geschäftsstelle des BDK in Berlin durchsucht. Die Ermittlungen gehen auch nach Schulz' Rücktritt weiter, sagte die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft.