Die Kölner Polizei hat einen Amoklauf an einer Schule vereitelt - eine Katastrophe konnte gerade noch verhindert werden. Immer wieder werden Schulen Schauplatz von Gewalttaten. Die schwersten Vorfälle im In- und Ausland der vergangenen Jahre.
August 1966: Charles Whitman tötet an der Universität des US-Bundesstaates Texas in Austin 15 Menschen und verletzt 31 weitere - auch seine Mutter und die Ehefrau werden Opfer des Verbrechens.
Dieses Bild hat ein 18-Jähriger Finne im Internet veröffentlicht, bevor er am 7. November 2007 an seiner Schule in Tuusula bei Helsinki acht Menschen erschoss (© Foto: AP)
Anzeige
Dezember 1989: Marc Lepine, 25, stürmt eine Schule für Polytechnik im kanadischen Montreal und erschießt 14 Frauen. Vier Männer und acht weitere Frauen werden verletzt, bevor der Täter die Waffe gegen sich selbst richtet.
März 1996: Ein Amokschütze tötet in einer Grundschule im schottischen Dunblane 16 Kinder und deren Lehrer, bevor er sich erschießt.
März 1997: Ein Mann richtet in zwei Schulen in Sanaa im Jemen sein Sturmgewehr auf hunderte Schüler. Er tötet sechs Kinder und zwei weitere Personen. Am nächsten Tag wird er zum Tode verurteilt.
März 1998: An der Westside Middle School in Jonesboro im US-Bundesstaat Arkansas töten zwei Elf- und 13-Jährige vier Schüler und einen Lehrer.
Mai 1998: In Springfield im US-Staat Oregon eröffnet ein Schüler der Thurston High School das Feuer. Zwei Schüler sterben, 22 werden verletzt.
April 1999: Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete Schüler erschießen zwölf Mitschüler und einen Lehrer an der Columbine Highschool in Littleton im US-Bundesstaat Colorado, im Anschluss begehen sie Selbstmord.
Juni 2001: Mit einem Küchenmesser bewaffnet betritt Mamoru Takuma eine Grundschule in der Nähe der japanischen Stadt Osaka und tötet acht Kinder. Im September 2004 wird Takuma hingerichtet.
April 2002: Ein ehemaliger Schüler eröffnet am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt das Feuer als Rache dafür, dass er von der Schule geworfen wurde. Er tötet 16 Menschen und bringt sich dann um.
März 2005: Ein 16-jähriger Schüler erschießt fünf Mitschüler, einen Lehrer und einen Sicherheitsbediensteten einer Highschool im nördlichen US-Bundesstaat Minnesota, bevor er sich selbst tötet. Er erschießt auch seinen Großvater und dessen Freund in einem Indianerreservat.
13. September 2006: Ein ganz in Schwarz gekleideter junger Mann stürmt in eine Schule in Montreal in Kanada und schießt wild um sich. Eine 20-jährige Schülerin stirbt, 19 Menschen werden verletzt.
27. September 2006: Ein 53-jähriger Obdachloser erschießt an einer Highschool im US-Bundesstaat Colorado eine Schülerin und nimmt sich dann das Leben.
29. September 2006: Ein schwer bewaffneter Jugendlicher erschießt in Cazenovia im US-Bundesstaat Wisconsin den Leiter seiner ehemaligen Schule.
2. Oktober 2006: Ein 32-jähriger Familienvater stürmt im US-Bundesstaat Pennsylvania eine Schule der Religionsgemeinschaft der Amish und erschießt drei Mädchen, zwei weitere sterben später im Krankenhaus. Der Täter begeht im Anschluss Selbstmord.
20. November 2006: In Emsdetten in Nordrhein-Westfalen stürmt ein bewaffneter 18-Jähriger in seine ehemalige Schule und verletzt elf Kinder. Danach erschießt er sich.
16. April 2007: Beim bislang schlimmsten Amoklauf an einer Hochschule in den USA erschießt ein Mann an der Technischen Universität von Virginia insgesamt 32 Menschen, bevor er sich umbringt.
7. November 2007: Ein 18-jähriger erschießt an seiner Schule in Tuusula bei Helsinki acht Menschen, darunter sechs Schüler, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtet. Er hatte die Tat im Internet angekündigt.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(Reuters/bica/sma)
Analyse des DFB-Kaders
"Der Umkehrschluss dieser brillianten Logik soll wohl suggerieren, dass eine Bewaffnung bis an die Zähne *aller* die einzige richtige Methoe ist."
Lieber Dieter. Das ist wohl die Umkehr logik, aber das war nicht mein Argument. Mein Fehler - vielleicht hätte ich nicht die Amokläufe in Polizeiwachen erwähnen sollen.
Ich hatte nur zwei sachen vorgeschlagen:
1. Lass uns _alle_ Amokläufe studieren, nicht nur diese, die in "gun free zones" stattfinden.
2. Das die Redaktion von SZ uns nicht voll informiert mit Ihrer Liste.
Nun, zur Antwort Ihrer Analyse.
". Tod durch Schusswaffen ist bei Kindern und Jugendlichen sogar die zweithäufigste Todesursache. (Quelle: SPON)."
(was sind Kinder in dieser Studie? Welches Alter?)
Ich dachte wir besprechen hier das Problem der Amokläufe, nicht das allgemeine Problem von Schusswaffen Tote hier in USA. Aber egal...
Diese Tatsache, das in USA Jugendliche oft erschossen werden, hat vielmehr mit der "Drogen Krieg" gesetzgebung zu tun, als mit menge der Schusswaffen in der Gesellschaft. Der Drogen Krieg verschärft die Strafen und daher die Profite im schwarzen Markt so hoch, dass nur die Brutalsten Kinder u. Judendliche unter diesen Umständen Profite machen, und dann ist es wohl klar, so werden oft "Zwieträchte" oder "Verträge" mit Gewalt geregelt - wie soll es anders sein?
Vergessen sie nicht, in USA besitzen fast die HAELFTE der Haushalte Schusswaffen. Relativ gesehen, haben wir in USA überraschend wenige Schusswaffen tote. (Oder vergleichen sie z.b. mit Canada oder der Schweiz. Nochmal: schusswaffen Tote sind ein Soziologisches Problem in USA; kaum verbunden mit der Zahl der Waffen).
Ich schlage nun vor, hätten nut fünf prozent der Bevölkerung Waffen bei sich, würden diese Amokläufe nicht so weit voran kommen, wie es oft der Fall ist.
Aber das wird wohl die Amokläufer selber kaum verhindern, Ihre Läufe anzufangen.
Zum Schluss, möchte ich sagen, diese Amokläufe sind resultat einer Verherrlichung von Gewalt in den Computer Spielen, die in den letzten Jahrzehnten enorm Populär geworden sind (unter Jugendlichen!), in Kombination mit einem Verderb der Kinder Erziehung in der Gesellschaft. Die Schuld dafür ist Vielfältig und Komplex. Ich räume ein, das die Game Developers in USA grosse schuld tragen - aber, die Lust zum Gewalt spiel sei rein Menschlich... da sind die Europäer auch nicht anders oder besser.
Ein beweis dafür währe nun das (neue) Europäische Phänomen der Amokläufe, trotz einer Gesellschaft offenbar ohne Waffen Kultur.
Gibt es in der Kontrolle von Informatik (i.e. Gaming) keine lösung, dann lass uns wenigsten anschauen, ob die Existenz von Gun Free Zones (in Europa sehr verbreitet!) das Problem der Amokläufe, wenn nicht fördert, wenigstens nicht verschärft.
Gute Leute sollten sich verteidigen können.
"Ganz simple gesehen: es gibt kaum Amokläufe bei Waffen-klubs oder Polizei Wachen; aber lasst uns dieses Offenbare ein bisschen genauer anschauen."
oho. Ein Denker.
Der Umkehrschluss dieser brillianten Logik soll wohl suggerieren, dass eine Bewaffnung bis an die Zähne *aller* die einzige richtige Methoe ist.
Dass derlei Kommentare aus Virginia kommt, überrascht kaum. Aus dem Land der Massaker, in dem jährlich mehr als 30.000 Menschen durch Schusswunden sterben und mehr Pistolen in Privatbesitz sind als in jedem anderen Land der Welt: 200 Millionen Stück. Tod durch Schusswaffen ist bei Kindern und Jugendlichen sogar die zweithäufigste Todesursache. (Quelle: SPON).
Aber am besten bewaffnen wir schon die Kleinen (Walther für den kleinen Walter, gell?).
Ehrlich gesagt sind diese Vorschläge so abgrundtief strunzdumm, dass man sie nicht kommentieren sollte. Aber ich kann's nicht. Also lieber retro_cycler: was bin ich froh, dass Sie mit Ihrer Steinzeitlogik bei den schiesswütigen Höhlenmenschen leben, anstatt hier.
DW
Die SZ zeigt uns die "schlimmsten" Amokläufe. Dies ergibt ein "selection effect" - d.h. das resultat zeigt nur solche Amokläufe, wo sich die Opfer nicht wehren konnten, und wo dann logischerweise die Verluste grösser waren.
Eine viel mehr interessante Studie währe, all Amokläufe zu untersuchen, um zu sehen ob es einen Unterschied macht, wenn sich die Opfer verteidigen, oder die Möglichkeit haben sich zu verteidigen.
Ganz simple gesehen: es gibt kaum Amokläufe bei Waffen-klubs oder Polizei Wachen; aber lasst uns dieses Offenbare ein bisschen genauer anschauen.
tschüss, mit Gruss aus Virginia
retro_cycler
Liebe Redaktion der SZ,
Sie haben einige exemplare vergessen.
1997 - Pearl High School. Assistant Principal rannte zu seinem Auto, holte seine Waffe, und stoppte den Amokläufer auf dem weg zu einer anderen Schule. Natürlich durfte er seine Waffe nicht in der Schule aufbewahren, sonnst hätte er vielleicht ein halbe dutzend Schüler retten können.
http://en.wikipedia.org/wiki/Pearl_High_School_shooting
_____________
1998 - Thurston High School shooting. Wo andere schüler, mit waffen kenntnissen/erfahrung, den Amokläufer gestoppt hatten.
http://en.wikipedia.org/wiki/Thurston_High_School
_____________
1998 - EDINBORO, Pennsylvania, dance hall shooting. Der Besitzer der Tanz-halle hatte den Amokläfer mit hilfe seiner eigenen Schrot-flinte gestoppt.
http://www.cnn.com/US/9804/25/school.shooting.pm/
_____________
2002 - Appalachian School of Law shooting. Andere, privat bewaffnete Schüler stoppten den Amokläufer.
http://en.wikipedia.org/wiki/Appalachian_School_of_Law_shooting
_____________
2007 - Trolley Square. Amokläufer in einem Einkaufszentrum wurde von zwei off-duty (nicht an der arbeit) polizisten gestoppt, die Ihre privaten Waffen benutzten.
http://en.wikipedia.org/wiki/Trolley_Square_shooting
______________
und es gibt wohl weitere Exemplare, nur jetzt muss ich in die Arbeit.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,
mit Grüssen aus Virginia,
retro_cycler