Die Stadt Kivalina erinnert an die Insel Sylt. Doch sie ist noch akuter vom Klimawandel bedroht. Die Bewohner verklagen deshalb 24 US-Öl- und Energiekonzerne
Das Dorf Kivalina im äußersten Nordwesten Alaskas hat 24 US-Öl- und Energiekonzerne auf Schadensersatz verklagt. Der Grund: Die Schadstoff-Emissionen der von ihnen produzierten Energie tragen erheblich zur globalen Erwärmung bei. Die wiederum hat katastrophale Folgen für den 400-Einwohner-Ort: Er droht, vom Polarmeer verschluckt zu werden. Die Unternehmen sollen deshalb den Zwangsumzug des Dorfes bezahlen, fordert unter anderem Bewohner Enoch Adams jr., 48.
(© Foto: Okapia; oh)
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SZ: Herr Adams, was will Kivalina mit der Klage erreichen?
Enoch Adams jr.: Wir wollen auf die Klimaerwärmung aufmerksam machen. Sie passiert, hier bei uns.
SZ: Was passiert genau?
Adams: Die Sommer zum Beispiel kommen früher. Es ist wärmer.
SZ: Wie warm ist jetzt bei Ihnen?
Adams: 15 Grad. Das ist viel für uns.
SZ: Was wäre normal?
Adams: Zehn Grad.
SZ: Aber wärmere Sommer sind doch eigentlich okay.
Adams: Das sagen Sie. Wir betreiben hier Subsistenzwirtschaft. Kulturell und rein physisch sind wir auf unsere natürlichen Ressourcen angewiesen, aufs Meer und das Land um uns herum. 95 Prozent unserer Nahrung gewinnen wir so. Früher haben wir Wale um diese Jahreszeit gejagt, das dürfen wir. Seit Jahren haben wir aber keinen mehr gefangen. Das Eis, auf dem wir uns ihnen nähern, trägt uns nicht mehr. Es ist gefährlich inzwischen. Früher war es zwei, zweieinhalb Meter dick. Heute sind es oft nur 15 Zentimeter.
SZ: Aber das ist nicht Ihr Hauptproblem in Kivalina.
Adams: Nein, kritisch wird es bei uns im Herbst. Früher begann das Meer bei uns an der Küste Ende Oktober zu frieren. Wenn dann die Herbststürme kamen, nahm das Eis auf dem Wasser den Wellen die Kraft. Heute knallt die Brandung einfach so aufs Land. Die Wellen fressen den Boden Stück um Stück weg. Das Meer ist bis auf zehn Meter an unser Schulhaus herangekommen.
SZ: Kann man da was machen?
Adams: Vor zwei Jahren haben wir einen Deich aufgeschüttet. Der wurde im Herbst wieder fortgespült. In diesem Sommer sollen wir nun einen 120 Meter langen Schutzwall aus schweren Felssteinen bekommen. Sie werden auf Schiffen zu uns gebracht. Vielleicht hält das ja.
SZ: Wäre Kivalina damit gerettet?
Adams: Nur fürs Erste. Umsiedeln müssen wir in jedem Fall. Wir haben hier auf unserer Insel nicht genug Platz. Wir können nicht wachsen. Wir werden aufs Festland ziehen, vier, fünf Kilometer weiter. Irgendwann.
SZ: Herr Adams, Sie haben als Einziger aus Ihrem Dorf studiert.
Adams: Ja, Geschichte an der Liberty-University in Virginia.
SZ: Warum sind Sie zurück? Das Leben ist doch nicht einfach in Kivalina.
Adams: Nein, aber das ist mein Zuhause. Kivalina ist mein Leben. Jedenfalls ein großer Teil meines Lebens.
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(SZ vom 16.6.2008/mmk)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
es gibt immer noch einen Dümmeren. Man muß nur Geduld haben, dann findet man jeden Tag einen. Und wieder 7 KB Schwachsinn.
sind beunruhigt, weil die Sonne eine periodische Ruhezeit schon lange beendet haben sollte.
Sie vergleichen die Situation bei Fortdauern mit einer Minieiszeit im Mittelalter mit klirrenden Kälten über Jahre.
lieben Gott, weil er der Erde keine statischen sondern veränderliche Verhältnisse gegeben hat. Oder sie zerren den Urknall vor den Kadi, irgendwoher müssen ja die physikalischen Gesetze herkommen, die Veränderung zulassen. Die Kontinentalverschiebung gehört bestimmt auch zum Kreis der Verdächtigen oder der Nordpol, der nicht stabil an einer Stelle bleibt sondern wandert ...