Aktion auf Rechtsrockfestival Anonymer Helfer

Bernd Wagner, Mitbegründer von Exit und Geschäftsführer der "ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur", ist angesichts der Irritation bei den Neonazis "sehr zufrieden". Seine Initiative habe es mit Hilfe der T-Shirts geschafft, ihr Anliegen direkt ins Milieu hineinzutragen. Sicher bringe so etwas keinen Rechtsextremisten dazu, seine fremdenfeindliche und antisemitische Ideologie von heute auf morgen zu überdenken. "Aber unser Name speichert sich in den Köpfen ab. Und wenn dann irgendwann mal einer darüber nachdenkt, die Szene zu verlassen, wird er sich an uns erinnern."

Wagner hat seine durch staatliche Zuschüsse und Spenden finanzierte Initiative im Jahr 2000 zusammen mit dem Neonazi-Aussteiger Ingo Hasselbach gegründet. Nach eigenen Angaben hat Exit seither rund 400 Menschen bei ihrem Absprung aus dem Milieu geholfen.

Bei der "Operation Trojaner T-Hemd" hatte Wagner, wie er zugibt, professionelle Hilfe von außen. Ein Marketing-Experte aus Hamburg, der seinen Namen und den seiner Firma aus nachvollziehbaren Gründen nicht in der Zeitung lesen möchte, hatte mit ein paar Kollegen die Idee mit dem abwaschbaren Schriftzug. Sein Unternehmen zahlte auch für den Druck.

Ihr Ziel sei es gewesen, junge Rechtsextremisten direkt auf das Angebot von Exit aufmerksam zu machen, erklärt der anonyme Helfer, "möglichst in einer Situation, in der sie allein zu Hause sind". Bei der Komposition des T-Shirts sei dann der Materialmix das gewesen, was die meiste Arbeit machte. Der obere Aufdruck sollte ja nicht gleich beim ersten Regenschauer verschwinden.

In der Druckerei seien rund 50 Shirts draufgegangen, bis die Mischung stimmte. Die Kosten der ganzen Aktion lägen im "niedrigen vierstelligen Bereich", sagt der Marketing-Mann - eine Spende, die er und seine Firma gerne leisteten: "Wir wollen Exit einfach bekannter machen."

Dass ihnen das gelungen ist, müssen nun sogar die zugeben, die am Wochenende noch als vermeintliche "Hardcore Rebellen" durch Gera marschiert sind.