Akten-Affäre Focus geht gegen BKA und NDR vor

Die Rede ist von "Verleumdung": Mit juristischen Mitteln wehrt sich das Magazin gegen Berichte, wonach einer seiner Redakteure mit geheimen Akten gehandelt haben soll.

Das Blatt kündigte am Freitag eine Dienstaufsichtsbeschwerde seiner Chefredaktion gegen den Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, wegen Verleumdung an. Focus-Redakteur Josef Hufelschulte werde außerdem vom BKA "aufgrund einer einseitigen, vorverurteilenden und verfälschenden Stellungnahme des Amtes Unterlassung fordern". Vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit seinen Magazinen "Panorama" und "Zapp" fordert das Magazin eine Unterlassungserklärung und eine Gegendarstellung.

BKA-Chef Ziercke hatte am Donnerstag vergangener Woche den in einem "Panorama"-Bericht erhobenen Vorwurf zurückgewiesen, seine Behörde habe die Bespitzelung von Journalisten veranlasst, um undichte Stellen im BKA zu finden. Offenbar habe es aber einen schwunghaften Handel mit Behördenakten zwischen wenigen korrupten BKA-Beamten und Journalisten gegeben.

Der Privatermittler Werner Mauss habe dem BKA berichtet, dass ihm ein Focus-Redakteur vertrauliche Unterlagen aus dem BKA angeboten habe, die Mauss auch gekauft habe. "Wir halten für glaubwürdig, was Herr Mauss uns dargelegt hat", sagte der BKA-Präsident.

Gegen Mauss, der behauptet habe, erpresst worden zu sein, stellt Focus-Redakteur Hufelschulte Strafanzeige wegen Verleumdung. "Hufelschulte versichert, weder Mauss erpresst noch sich persönlich bereichert zu haben", heißt es in der Focus-Erklärung.