Air France tauschte die Tempo-Messer ihrer Maschinen nicht aus - obwohl Airbus dies bereits seit September 2007 empfohlen hatte.
Die französische Fluggesellschaft Air France ist seit zweieinhalb Jahren darüber informiert, dass die Geschwindigkeitsmesser ihrer Airbus-Flugzeuge störanfällig sind. In mehreren Dokumenten riet Airbus in den vergangenen Jahren, die Tempomesser auszutauschen. Im September 2007 und 2008 empfahl Airbus nach eigenen Angaben, die Sensoren der Firma Thales an den Typen A330 und A340 zu erneuern. Diese Empfehlung hatte Airbus im Jahr 2006 bereits für die A320-Familie abgegeben.
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Automatisch abgesetzte Fehlermeldungen des abgestürzten Airbus zeigen fehlerhafte Angaben zur Geschwindigkeit. Air France kündigte jetzt an, die umstrittenen Tempo-Messer auszutauschen. (© Foto: ddp)
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Am 6. November 2008 warnte offenbar auch ein internes Memo von Air France an seine Piloten vor widersprüchlichen Angaben der Geschwindigkeitsmesser. Darin ist von "einer bedeutenden Zahl von Zwischenfällen" die Rede. Diese seien auf "Anomalien" an den Sensoren zurückzuführen, heißt es in dem Papier, über das die Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Nicht der neueste Stand
Solche Defekte könnten den Absturz eines Airbus A330 in der Nacht zum 1. Juni vor der Küste Brasiliens mitverursacht haben. Bei der Katastrophe waren auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris 228 Menschen umgekommen, unter ihnen 28 Deutsche. Die Sensoren der Unglücksmaschine stammten vom französischen Hersteller Thales und entsprachen nicht dem neuesten Standard.
Mit den Messgeräten hat es schon öfter Probleme gegeben, weil sie durch eindringendes Wasser oder Vereisung zeitweise unbrauchbar wurden. Schon 2001 hatten verschiedene Luftfahrtbehörden gefordert, Geschwindigkeitsmesser von Thales auszutauschen, weil sie besonders bei "extremen Wetterbedingungen" versagten. Die Anweisung galt damals für Flugzeuge der Baureihen A319 bis A321.
Air France kündigte jetzt an, die umstrittenen Geschwindigkeitsmesser vollständig auszutauschen. Die Gesellschaft habe den Zeitplan dafür bei den Langstreckenmaschinen A330 und A340 beschleunigt, teilte die französische Gewerkschaft SNPL am Dienstag mit.
Automatisch abgesetzte Fehlermeldungen des abgestürzten Airbus zeigen fehlerhafte Angaben zur Geschwindigkeit; die Piloten könnten deshalb zu langsam oder zu schnell geflogen sein. Erst vor einigen Wochen, am 27. April, begann die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben mit dem Austausch der Sonden bei ihren A330 und A340.
Nur eine "mögliche Verbindung"
Die Sonden von Thales werden nicht bei allen Airbus-Flugzeugen eingesetzt. So verwenden Lufthansa und Air Berlin Geräte des US-Herstellers Rosemount. Die französische Pilotengewerkschaft SNPL betonte, dass es nach bisherigem Ermittlungsstand "keinen feststehenden Zusammenhang" zwischen dem Absturz und den Geschwindigkeitsmessern gebe. Es sei lediglich "eine mögliche Verbindung". Die kleinere Gewerkschaft Alter hatte am Montagabend die Air-France-Piloten aufgerufen, den Flug auf A330- und A340-Maschinen zu verweigern, die nicht mindestens zwei neue Sonden haben; insgesamt gibt es jeweils drei der Sensoren an jedem Flugzeug.
Die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA wies am Dienstag darauf hin, dass auch bei einem möglichen Ausfall der Geschwindigkeitsmesser die Maschinen sicher geflogen werden können. Es gelte allerdings, die einschlägigen Betriebsvorschriften einzuhalten. Die internationale Polizeibehörde Interpol kündigte am Dienstag in Lyon an, sie werde bei der Identifizierung der geborgenen Toten helfen.
Bis Dienstagabend hatten die Suchmannschaften 41 Leichen im Atlantik gefunden.
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(SZ vom 10.06.2009/ojo/grc)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Spekulatius, den wir bis Weihnachten sammeln, müssen wir nicht backen.
Airbus hat also Air France empfohlen, die geschwindigkeitssensoren auszutauschen. Warum nicht direkt dazu aufefordert? Den Luftfahrtbehörden war das Problem seit 2001 bekannt. Der verunglückte Airbus wurde aber erst 2005 in Dienst gestellt.
Herrschaften, aufgepasst!
heute ein neuer Teil aus der Serie "Sensationen ohne Hintergrund".
Wir lesen, dass die böse Air France Sensoren nicht ausgetauscht hat, OBWOHL bekannt war, dass diese bei "extremen Wetterbedingungen" versagen könnten. Die EASA sagt zwar, "..dass auch bei einem möglichen Ausfall der Geschwindigkeitsmesser die Maschinen sicher geflogen werden könne", macht aber nix, das verkauft sich nicht, wir brauchen hier "Sensationen, Sensationen".
Und wenn es noch so billig und hahnebüchen ist.
Wieso verbreitet die SZ diese hatlosen Vermutungen? Sind Klicks wirklich so wertvoll, dass man ruhig jemanden an den Pranger stellen kann? Bei genauer Betrachtung wird hier ja eine Anschuldigung vom Kaliber "fahrlässige Tötung" aufgestellt: Wäre das wahr, hätte wirklich jemand die Sensoren nicht ausgetauscht, OBWOHL er wusste, dass dies eine ernsthafte Bedrohung der Flugsicherheit darstellt, wäre das zumindest eine strafrechlich relevante Mitschuld.
Also, SZ, Butter bei die Fische oder lieber mal schweigen?
DW