Unter den Passagieren im Unglücksflieger der Air France war die Münchner Hotelmanagerin Ines G. - die Kollegen im "Bayerischen Hof" trauern.
Im Münchner Luxushotel Bayerischer Hof wissen sie es alle. Ihre Kollegin Ines G., 31, hatte ein Ticket für die Unglücksmaschine, Flug AF 447, und saß wohl auch in dem verunglückten Flugzeug.
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Warten, hoffen, trauern: Angehörige von Passagieren der Unglücksmaschine am Pariser Flughafen Charles de Gaulle. (© Foto: AFP)
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"Wir hoffen aber noch immer, auch wenn es unwahrscheinlich ist", sagt Hotel-Chefin Innegrit Volkhardt. Als "liebenswürdig und immer fröhlich" beschreibt sie Ines G., die in dem Hotel als Verkaufsmitarbeiterin vor knapp zwei Jahren begonnen hatte und schon kurz darauf zur Managerin in der Verkaufsabteilung befördert wurde - zuständig für den amerikanischen Markt.
Transatlantik-Flüge waren für die Münchnerin nichts Außergewöhnliches, fast schon Routine. Mit diesem Gefühl dürfte Ines G. auch in jenes Flugzeug gesteigen sein, das auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris am Montagmorgen von den Radargeräten verschwunden ist. Inzwischen herrscht für die Angehörigen traurige Gewissheit: Die Maschine mit der Flugnummer 447 ist abgestürzt. Dass es Überlebende unter den 228 Insassen geben könnte, schloss ein Sprecher der brasilianischen Luftwaffe aus.
Pschologische Betreuung für die Angehörigen
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will, dass den Angehörigen bayerischer Opfer möglichst rasch unter die Arme gegriffen wird - sobald alle Opfer namentlich bekannt seien und sofern es von den Angehörigen auch gewünscht werde. Denkbar sei zum Beispiel psychologische Betreuung, sagte der Minister.
Doch noch sind laut Ministerium nicht alle Passagiere der Unglücksmaschine identifiziert. Vonseiten der Fluggesellschaft Air France seien lediglich die Namen übermittelt worden, ohne nähere Angaben zu den Personen. "Zunächst ermittelt die Polizei überhaupt, wer könnte das sein, wo wohnt der. Dann wird das entsprechende Umfeld abgesucht", kündigte Herrmann an. Nach Angaben von Air France saßen 26 Deutsche in der Maschine. Acht von ihnen hatten einen Weiterflug nach München gebucht, einer nach Nürnberg.
Bereits bekannt: An Bord der abgestürzten Air-France-Maschine waren nach derzeitigen Erkenntnissen der Hamburger Polizei auch zwei Frauen aus der Hansestadt. Eine 38-Jährige und eine 24-Jährige gelten als vermisst. "Die beiden Freundinnen haben zusammen Urlaub gemacht", sagt ein Polizeisprecher.
Darüber hinaus ist unter den Opfern ein Spitzenmanager des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp. Der 41-jährige Erich Walter Heine war Vorstandsmitglied der Steel AG und trug die Verantwortung für den Aufbau der Stahlwerke in Rio de Janeiro und im US-Bundesstaat Alabama.
Auch eine brasilianische Musicalsängerin ist unter den Opfern. Der Veranstalter Stage Entertainment in Hamburg bestätigte eine Meldung einer brasilianischen Zeitung, wonach sich eine seiner Musical-Darstellerinnen in dem Flugzeug befand. Es handelt sich demnach um Juliana Ferreira Braga de Aquino, die unter anderem zum Ensemble des Musicals "Wicked - Die Hexen von Oz" gehört.
Ihr erstes Engagement in Europa hatte die Brasilianerin von 2003 bis 2007 in "Der König der Löwen" in Hamburg. 2008 übernahm sie in Klagenfurt (Österreich) die Rolle der Maria Magdalena in "Jesus Christ Superstar".
Flugangst - aber nur bei ihrer Chefin
Die Hotelmanagerin G. war zuletzt privat in Brasilien, offenbar für einen Verwandtenbesuch. "Es war ein privater Flug", bestätigt Hotel-Chefin Volkhardt. Ansonsten würde man sich natürlich als Arbeitgeber ungeheure Vorwürfe machen.
Beinahe jeder im Hotel habe G. gekannt - wegen ihrer wichtigen Position, aber auch aufgrund ihrer Charaktereigenschaften. In so einem Fall würde man von jedem Mitarbeiter positiv sprechen, sagt Volkhardt. Aber G. sei tatsächlich eine sehr lebensbejahende Frau gewesen, als Mensch "unheimlich offen und zugänglich".
Erst kürzlich hatte Hotel-Chefin Volkhardt mit ihrer Angestellten noch über Persönliches gesprochen: über die eigene Flugangst.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/ojo/AP)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Nein, ich finde nicht, daß auch über die anderen Opfer gesprochen bzw. geschrieben werden muß. Die Angehörigen sind belastet genug, die müßen nicht auch noch mit allen möglichen Details wie Beruf, Arbeitgeber, Familienstand, Hobbies und was es sonst noch an Persönlichem über die Toten zu berichten gäbe, aus den Medien konfrontiert werden. Ganz zu schweigen mit den sicherlich wieder mal vielen Unwahrheiten und Spekulationen in diesem Zusammenhang,die da verbreitet werden. Warum macht es den Medien nur so viel Freude über solche Katastrophen bis ins persönlichste Detail der Betroffenen zu berichten, bzw. warum gibt es soviele Menschen die das auch offensichtlich so Interessiert? Ich finde es auch pietätlos von einem Arbeitgeber gleich am nächsten Tag ein Interview zu geben. Soll das vielleicht Werbung für den Bayerischen Hof bringen? Das Interview war auf jeden Fall völlig sinnentleert und völlig überflüssig!
"'Es war ein privater Flug', bestätigt Hotel-Chefin Volkhardt. Ansonsten würde man sich natürlich als Arbeitgeber ungeheure Vorwürfe machen."
Aber wieso? Der Flug war sicherlich wesentlich sicherer als Rio de Janeiro an sich oder die Taxifahrt zum Flughafen. Aber selbst Rio ist bestimmt so sicher dass man sich keine Vorwürfe machen müsste einen Mitarbeiter dort hin zu schicken. Wäre die Person in dienstlichem Auftrag unterwegs gewesen hätte der Hotelchef dies sicherlich nicht so [sich ungeheure Vorwürfe machen] gesagt.
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@ vinzenz: "I couldn´t care less"
Dafür ist doch aber eine Lokalzeitung da, selber mal was recherchieren...in diesem Fall eben zum ehemaligen Arbeitgeber gehen. Presseagenturen zitieren kann wirklich jeder, das ist langweilig. Content produzieren, das ist das spannende. Selbst wenn es um ein "fluff piece" geht.
Interessant ist es allemal zu sehen wer da alles warum in so einem Flugzeug sitzt und dabei beispielsweise festzustellen wie divers die Passagiere doch alle sind (Herkunft, Berufe, Lebensgeschichten etc) und dass nicht nur Brasilianer und Franzosen im Flugzeug sitzen.
Wer sehr viel im Auto fährt, kommt mit höherer Wahrscheinlichkeit bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Wer sehr viel fliegt, kommt mit höherer Wahrscheinlichkeit bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Rein statistisch.
Natürlich ist jedes Verkehrsopfer bedauerlich. Aber ist es wirklich notwendig, hier jetzt ein Melodram aufzuziehen?
Und auch der Gedanke sei erlaubt, weil die Überschrift des Artikels was anderes suggeriert: Ein Leben mit weniger Teilnahme am Verkehr kann ein Mehr an Gesundheit, Lebensqualität und Umweltschutz bedeuten.
I couldn´t care less,
und.. wäre es nicht eine pseudowichtige managerin aus dem münchner hof gewesen - sondern nur der "achmed von der müllabfuhr" - ob um dem auch so viel aufhebens gemacht worden wäre - in der sz??
und, liebe sz-jounalisten.. vergessen sie nicht, über die anderen opfer zu schreiben..???