Es ist ein Fund mit großer Bedeutung für die Angehörigen - und für die Ermittler, die das rätselhafte Unglück endlich aufklären wollen: Zwei Jahre nach dem Absturz des Air-France-Flugs 447 haben Tauchroboter Wrackteile und Leichen im Atlantik geortet.
Fast zwei Jahre nach dem Absturz des Air France-Fluges 447 hat eine Such-Expedition Wrackteile und Leichen am Meeresgrund im Südatlantik geortet. Die Besatzung des Spezialschiffes Alucia entdeckte in einer Tiefe von knapp 4000 Metern ein Triebwerk und Teile eines Flügels des Airbus A330-200. Die Ermittler hoffen, dass sie durch neue Erkenntnisse die Absturzursache besser rekonstruieren können. Die genauen Koordinaten des Fundortes werden vorerst nicht veröffentlicht.
Air-France-Wrack und Leichen entdeckt
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Die Maschine war am Abend des 31. Mai 2009 in Rio de Janeiro mit 228 Menschen an Bord gestartet und sollte am folgenden Tag nach einem knapp zwölfstündigen Flug auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle landen. Doch Flug 447 erreichte nie sein Ziel: Der Airbus geriet nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen in der sogenannten Innertropischen Konvergenzzone in ein Schlechtwettergebiet. Unmittelbar vor dem Absturz sendete das Flugzeug eine Reihe von automatischen Fehlermeldungen, die neben den bisher geborgenen Wrackteilen die wichtigste Basis für die Untersuchungen waren.
Die Indizien deuten darauf hin, dass die sogenannten Pitot-Rohre, mit denen Geschwindigkeit und Höhe des Flugzeuges gemessen werden, vereist waren und so unzuverlässige Daten an die Bordcomputer gesendet haben. Die Rekonstruktion der Ereignisse ist allerdings noch sehr lückenhaft. Air France-Chef Pierre-Henri Gourgeon machte deutlich, er hoffe nun, dass "Informationen über die Ursache des Unfalles, der bislang nicht geklärt ist, gefunden werden."
Für viele Angehörige der Opfer könnte der neue Fund von enormer Bedeutung sein. Denn nach Angaben des Staatssekretärs im französischen Verkehrsministerium, Thierry Mariani, sind nicht nur Trümmer, sondern auch Leichen entdeckt worden. Vertreter der Angehörigen haben immer wieder betont, wie sehr sie darauf hoffen, dass die Opfer gefunden und bestattet werden können. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Verlust besser verarbeiten zu können.
Die Bergung dürfte sich aber noch über Wochen hinziehen. Laut der französischen Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet sei es unter Umständen möglich, die nun gefundenen Opfer zu identifizieren. Die Unfallermittler präsentierten eine Reihe von überraschend scharfen Aufnahmen, die Wrackteile in 3000 bis 4000 Meter Tiefe zeigen. Wegen des hohen Drucks und der niedrigen Temperatur seien die Leichen der Opfer relativ gut erhalten.
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Kapitalabzug aus Südeuropa
Es wäre wirklich gute Nachricht, vor allem wenn es gelingt mit Hilfe der Wrackteile und den Flugzeugrekordern den Hergang des Absturzes aufzuklären. Schon die Erkenntnis, das die Maschine nicht schon in der Luft zerbrochen ist, ist wichtig.
Allerdings erübrigt sich die Frage der Leichenbergung. Das Bergungsteam wird alle Teile des Rumpfes, die geborgen werden können, auch bergen müssen. Egal ob mit oder ohne Leichen drin.