Air-Algérie-Absturz in Mali Zweite Blackbox von zerschellter Maschine gefunden

Die Absturzstelle der Air-Algérie-Maschine in Mali.

(Foto: AP)

UN-Soldaten in Mali haben den zweiten Flugdatenschreiber des verunglückten Air-Algérie-Flugzeugs entdeckt. Französische Experten sind auf dem Weg zu der schwer zugänglichen Absturzstelle.

  • Zweiter Flugdatenschreiber der verunglückten Maschine gefunden
  • Französische Ermittler auf dem Weg zur Absturzstelle
  • Pilotengewerkschaft fordert neue internationale Sicherheitsregeln

UN-Soldaten finden zweite Blackbox

Soldaten der UN-Mission in Mali haben den zweiten Flugdatenschreiber der verunglückten Maschine der Air Algérie gefunden, wie die Friedensmission mitteilte. Sie solle zur Auswertung in die 100 Kilometer entfernte Stadt Gao gebracht werden. Frankreichs Präsident François Hollande empfing am Samstag die Angehörigen der 54 französischen Toten im Élysée-Palast und informierte sie über die Lage.

Französische Ermittler auf dem Weg zur Absturzstelle

Ein erstes französisches Ermittlerteam fährt noch am Samstag an die Absturzstelle in der Nähe der Grenze zu Burkina Faso. Bilder vom Absturzort in der Region Gossi in Nordmali zeigen ein völlig in kleine Einzelteile zersplittertes Flugzeugwrack. Der Bereich der Absturzstelle in einem wüstenartigen Gebiet ist laut Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian mit 200 bis 300 Meter sehr begrenzt. Dennoch sei von längeren Bergungsarbeiten nicht zuletzt wegen der islamistischen Terrorgruppen in Nordmali auszugehen.

Beim Absturz des Flugzeugs über Mali kamen am frühen Donnerstagmorgen alle 118 Menschen an Bord ums Leben. Die Maschine war 50 Minuten nach dem Start in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, abgestürzt - möglicherweise wegen schlechten Wetters. Die US-Regierung kondolierte am Samstag: "Wir sprechen allen, die an Bord des Air-Algérie-Flugs 5071 ihre Lieben verloren haben, unser tief empfundenes Beileid aus", heißt es in einem Statement des Weißen Hauses.

Pilotengewerkschaft Cockpit fordert strengere Vorschriften

Als Reaktion auf die jüngsten Flugzeugabstürze fordert die Pilotengewerkschaft Cockpit neue internationale Sicherheitsregeln und mehr Vorsicht beim Überfliegen von Krisenherden. "Es müssen auf internationaler Ebene Instrumentarien geschaffen werden, die einen vergleichbaren Standard gewährleisten, so dass sich der wirtschaftliche Druck nicht zu sehr auf Sicherheitsentscheidungen auswirkt", sagte Sprecher Jörg Handwerg der Leipziger Volkszeitung. Inzwischen werde "bis runter zum absoluten gesetzlichen Minimum abgebaut, gespart, reduziert". Dem gelte es etwas entgegensetzen, "wenn wir nicht eine Zunahme an Unfällen sehen wollen".

Drei Flugzeug-Unglücke in wenigen Tagen

Innerhalb weniger Tage sind im internationalen Luftverkehr zuletzt drei Flugzeuge verunglückt. Beim mutmaßlichen Abschuss einer Boeing der Malaysia Airlines starben am 17. Juli in der Ostukraine 298 Menschen. Nach der Bruchlandung eines Flugzeugs der taiwanesischen Airline Transasia am 23. Juli in Taiwan gab es 48 Tote. Es folgte der Absturz der Air-Algérie-Maschine mit 118 Menschen an Bord.