Affenliebe Indisches Ehepaar setzt Affe als Alleinerben ein

  • Ein kinderloses Ehepaar in Indien will seine gesamten Besitztümer an den Hausaffen vererben.
  • Das Tier sei wie ein Sohn für sie, erklärte das Paar.
  • Sollte Chunmun sie nicht überleben, wollen die Eheleute ihr Vermögen der Affenfürsorge spenden.

Affe als Kinderersatz

Ein reiches Ehepaar in Indien hat seinen Hausaffen Chunmun als Alleinerben eingesetzt. "Die Leute sagen vielleicht, dass wir verrückt sind, sie mögen sich sogar über uns lustig machen", sagt Shabista Srivastava der Nachrichtenagentur AFP. "Aber wir wissen, wie teuer uns Chunmun ist."

Die 45-Jährige Muslimin und ihr Mann Brajesh Srivastava, ein Hindu, wurden einst von beiden Familien verstoßen, weil sie gegen deren Willen heirateten. Sie hätten nie Kinder bekommen, hätten sich einsam gefühlt, erzählen sie der BBC. 2004 kauften sie den Affen. Chunmun sei wie ein Sohn für sie. Deshalb sei ihnen wichtig, dass er sein Leben so weiter führen könne wie bisher, auch wenn es sie nicht mehr gebe.

Riesenparty für Affen-Hochzeitstag

Früher waren die Srivastavas nach eigenen Angaben arm, konnten sich aber inzwischen ein Vermögen aufbauen. Ihnen gehören ein Haus im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh, in dem sie leben, sowie Land und Ersparnisse. Shabista arbeitet als Anwältin, ihr 48 Jahre alter Ehemann besitzt mehrere Firmen, darunter ein Kabelfernseh-Netzwerk und eine Getreidemühle. Schon hier zeigt sich die Affenliebe - sämtliche Unternehmen sind nach Chunmun benannt.

Der Affe habe ein eigenes klimatisiertes Zimmer, das er mit seiner Affenfrau Bitti teile. Das Pärchen fresse gern chinesische Gerichte und trinke dazu Tee und Mangosaft, berichtet Shabista. Jedes Jahr lade sie hunderte Freunde zu einer Party ein, um den "Hochzeitstag" der Affen zu feiern.

Geld für die Affenfürsorge

Der heute zehnjährige Chunmun könnte seine "Adoptiveltern" tatsächlich überleben: Affen können bis zu 40 Jahre alt werden. Aber auch für seinen Tod haben die Besitzer vorgesorgt. Dann soll das restliche Vermögen in die Fürsorge für Affen fließen, da die Tiere in Indien oft misshandelt werden.