Bei einem Brand im Eurotunnel, der Frankreich mit Großbritannien verbindet, sind mehrere Menschen verletzt worden. Die Feuerwehr spricht von einem ''ernsten Vorfall''.

Bei einem Brand im Tunnel unter dem Ärmelkanal sind 14 Menschen verletzt worden. Der Eurotunnel musste am Donnerstag komplett gesperrt werden, nachdem ein Feuer in einem Güterzug ausgebrochen war. Nach Angaben der Betreiberfirma wurden insgesamt 32 Menschen aus dem Zug in Sicherheit gebracht.

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Bei einem Brand im Eurotunnel, der Frankreich mit Großbritannien verbindet, sind mehrere Menschen verletzt worden. (Archivbild) (© Foto: AFP)

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Die Unterseeverbindung zwischen England und Frankreich werde bis Freitag in beide Richtungen geschlossen bleiben, teilte die französische Bahn SNCF mit. Der Brand brach in einem Lastwagen aus, der von einem Zug durch den Tunnel transportiert wurde. Nach Angaben der französischen Behörden hatte die Feuerwehr den Brand am Abend noch nicht unter Kontrolle.

Der Feueralarm sei gegen 15.55 Uhr (MESZ) ausgelöst worden, teilte eine Sprecherin von Eurotunnel mit. Nach Angaben der französischen Behörden waren die überhitzten Bremsen eines Lastwagens in Brand geraten. Sechs Menschen erlitten demnach eine leichte Rauchvergiftung, acht weitere wurden teilweise durch zersplitterndes Glas leicht verletzt.

Insgesamt seien 32 Menschen aus dem Güterzug in den anliegenden Wartungstunnel gebracht worden, die meisten von ihnen Lastwagenfahrer. Von Frankreich aus machte sich ein Zug auf den Weg zur Unglücksstelle, um die Menschen abzuholen.

"Ernsthafter Vorfall"

Nach Angaben der britischen Polizei war der betroffene Zug auf dem Weg nach Frankreich und rund elf Kilometer von Calais entfernt, als der Brand ausbrach. Insgesamt seien zum Zeitpunkt des Unglücks fünf Züge unterwegs gewesen, teilte Eurotunnel mit. Sie sollten den Angaben zufolge in die Ausgangs-Bahnhöfe zurückfahren. Insgesamt seien davon 2000 Fahrgäste betroffen.

Die britische Feuerwehr sprach von einem "ernsthaften Vorfall" im französischen Teil des Tunnels. Sieben Rettungswagen seien von britischer Seite zum Unglücksort geschickt worden, um die französischen Kräfte zu unterstützen. Die französische Innenministerin Michèle Alliot-Marie wollte sich noch am Donnerstag zum Unglücksort begeben, wie aus ihrem Umfeld verlautete.

Die Betreibergesellschaft forderte Reisende dazu auf, ihre Pläne zu ändern und den Ärmelkanal zunächst zu meiden. Auf beiden Seiten des Tunnels bildeten sich lange Warteschlangen und Staus.

Der 50 Kilometer lange Eurotunnel wurde 1994 eröffnet. Er besteht aus zwei Röhren für Züge, die bis zu hundert Meter unter der Meeresoberfläche verlaufen. Eine dritte dient als Versorgungs- und Rettungsschacht. Neben dem Hochgeschwindigkeitszug Eurostar nutzen den Tunnel zwischen Folkestone und Coquelles in Pas-de-Calais auch Frachtverkehr und Autozüge.

Der Eurostar verkehrt zwischen Paris, London und Brüssel. Der Tunnel war bereits im August 2006 für mehrere Stunden geschlossen worden, nachdem der Motor eines Lastwagens Feuer gefangen hatte.

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(AFP/bica/aho)