Ägypten Messerangriff auf Touristinnen in Hurghada

Wegen der Unruhen in Ägypten war der Tourismus eingebrochen. Für den Winter buchen aber wieder viele deutsche ihren Urlaub in Badeorten wie Hurghada.

(Foto: dpa-tmn)
  • Bei einem Messerangriff an einem Hotelstrand im ägyptischen Badeort Hurghada sind mehrere Urlauberinnen verletzt worden.
  • Zwei Frauen sollen gestorben sein, berichten lokale Medien.
  • Die Hintergründe des Angriffs sind derzeit noch unklar.
Von Paul-Anton Krüger

Bei einem Messerangriff im ägyptischen Badeort Hurghada sind am Freitag sechs Touristinnen verletzt worden, wie das Innenministerium am Abend in Kairo mitteilte. Nach Berichten ägyptischer Medien, die sich auf Sicherheitskreise beriefen, sollen zwei der Betroffenen an ihren Verletzungen gestorben sein.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete, dass es sich dabei um Deutsche handele, die ägyptische Tageszeitung Al-Ahram hingegen geht von Ukrainerinnen aus. Nach diesen Berichten attackierte der Angreifer sechs Frauen, die sich am Strand ihres Hotels aufhielten. Die Polizei hat laut dem Innenministerium den Angreifer festgenommen. Bei den Opfern handele es sich um "Touristinnen unterschiedlicher Nationalitäten". Das Motiv für die Tat sei unklar. Das Ministerium teilte lediglich mit, der Angreifer sei offenbar von einem nahe gelegenen Strand zu der Ferienanlage geschwommen.

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Für die Tourismusindustrie Ägyptens könnte der Angriff ein weiterer schwerer Rückschlag werden, sollte sich herausstellen, dass er einen politischen Hintergrund hat. Gerade waren vor allem deutsche Touristen wieder in größeren Zahlen an die Strände des Roten Meeres zurückgekehrt, aber auch Urlauber aus anderen europäischen Ländern. Die Badeorte am Roten Meer gelten westlichen Geheimdiensten als gut gesichert gegen terroristische Angriffe, ein Messerstecher aber ist durch Kontrollpunkte an den Zufahrtsstraßen und andere Sicherheitsmaßnahmen kaum aufzuhalten.

Der Tourismus in Ägypten war komplett eingebrochen, nachdem am 31. Oktober 2015 beim Absturz eines russischen Ferienfliegers über der Sinai-Halbinsel alle 224 Menschen an Bord ums Leben kamen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte unter bis heute nicht geklärten Umständen am Flughafen Scharm el-Scheich eine Bombe in die Maschine geschmuggelt, die auf dem Weg nach Sankt Petersburg war.

Noch immer haben russische und britische Charter-Gesellschaften den Verkehr nach Ägypten nicht wieder aufgenommen - anders als deutsche Linien. Um den Schutz vor Terrorakten zu erhöhen, müssen deutsche Fluggesellschaften aber ihre Sicherheitsmaßnahmen an ägyptischen Flughäfen verbessern. Das Verwaltungsgericht Braunschweig wies eine Klage mehrerer Airlines gegen entsprechende vom Luftfahrt-Bundesamt verfügte Auflagen ab, wie es am Freitag mitteilte.

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Am Freitagmorgen hatten unbekannte Angreifer zwei Polizisten und drei Rekruten an einem Kontrollpunkt in al-Badraschin nahe der Hauptstadt Kairo getötet. Sie hatten das Feuer von einem Motorrad aus eröffnet. Zu solchen Anschlägen auf die Sicherheitskräfte kommt es immer wieder. Dahinter stehen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat oder mehrerer neuer Gruppen, die nach Ansicht westlicher Geheimdienste vor allem aus gewaltbereiten Mitgliedern der Jugend der verbotenen Muslimbruderschaft hervorgegangen sind.