Absturz der Egypt-Air-Maschine Rauch an Bord der Egypt-Air-Maschine bestätigt

Die Black Box des Flugzeugs besteht aus zwei Teilen. Der Stimmenrekorder wird in Frankreich repariert.

(Foto: dpa)
  • Ermittler haben bestätigt, dass sich im vorderen Teil des Flugzeugs vor seinem Absturz Rauch entwickelt hat.
  • Die Egypt-Air-Maschine war am 19. Mai auf dem Weg von Paris nach Kairo vom Radar verschwunden.
  • Eine Auswertung des Stimmrekorders steht noch aus. Sie könnte klären, ob tatsächlich ein technischer Defekt die Ursache des Unglücks war

Knapp sechs Wochen sind vergangen, seit das Egypt-Air-Flugzeug mit der Flugnummer MS804 ins Mittelmeer stürzte. Ägyptische Ermittler konnten jetzt Teile des Flugschreibers auswerten. Die Untersuchungskommission fand heraus: Vor dem Absturz wurde Rauch an Bord der Maschine aufgezeichnet.

Die Daten der Blackbox stimmen damit mit früheren Funknachrichten überein, die Rauch im vorderen Bereich des Flugzeugs und bei der Bordelektronik meldeten. Zudem zeigten auch die Wrackteile aus dem vorderen Bereich der Maschine Zeichen von hohen Temperaturen und es gebe Spuren von Ruß, so die Ermittler. Die Aufzeichnungen des Flugdatenschreibers reichten vom Abflug des Airbus A320 in Paris bis zu einer Höhe von 37.000 Fuß.

Die stark beschädigten Speichereinheiten der beiden Flugschreiber waren nach Angaben der französischen Flugunfall-Untersuchungsbehörde BEA am Montag zur Reparatur in Frankreich eingetroffen. Ein Spezialschiff hatte sie vor etwa zwei Wochen geborgen. Die ägyptischen Behörden baten die französischen Spezialisten um Hilfe bei der Reparatur der Einheiten und Entfernung von Salzablagerungen.

Der Datenschreiber wurde von den französischen Experten zur Auswertung bereits zurück nach Ägypten geschickt. Die Reparatur des Stimmenrekorders dauert noch an.

Welche Informationen der Flugschreiber preisgibt

Die Black Box zeichnet mehrere Hundert Datenpunkte pro Sekunde auf. Im Fall der in den französischen Alpen abgestürzten Germanwings-Maschine hat sie wichtige Erkenntnisse geliefert. Über den Unglücksflug, aber auch über den Flug davor. Von Thomas Harloff mehr ... Analyse

Warum die "Black Box" so wichtig ist

Flugschreiber bestehen generell aus zwei Teilen: dem Datenrekorder (Flight Data Recorder) und dem Stimmenrekorder (Cockpit Voice Recorder). Häufig hat das auch als "Black Box" bekannte Gerät die Signalfarbe Orange. Das Gehäuse übersteht in der Regel Abstürze aus großer Höhe und ist wasserdicht. Auf einem Stimmenrekorder sind die Gespräche von Pilot und Co-Pilot, Funksprüche, sowie andere Geräusche aus dem Cockpit gespeichert. Der Stimmenrekorder hält üblicherweise Gespräche zwischen den Piloten im Cockpit und den Funkverkehr fest. Der Flugdatenschreiber zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe und Neigungswinkel der Maschine auf. Durch das Speichern von GPS-Daten gibt er zudem Auskunft über den genauen Unglücksort.

Was passiert ist

Die Egypt-Air-Maschine war am 19. Mai auf dem Weg von Paris nach Kairo auf einer Höhe von etwa 3000 Metern verschwunden. Alle 66 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Wie die Ermittlungen liefen

Kurz nach dem Absturz mutmaßten die ägyptischen Behörden, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt haben könnte, wiesen das später jedoch zurück. Automatisch übermittelte Daten an die französische Behörde für Sicherheit der zivilen Luftfahrt (BEA) ließen auf Rauch im Cockpit und der Toilette des Flugzeuges schließen - was auf einen technischen Defekt hindeuten könnte. Der Alarm wurde vom sogenannten ACARS-System registriert - einem digitalen Datenfunksystem zur Übermittlung von automatischen Nachrichten zwischen Flugzeugen und Bodenstationen. Informationen, es gebe Hinweise auf eine Explosion an Bord, wurden als Spekulation zurückgewiesen.

Die französischen Behörden haben in dem Fall ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt, wie eine Sprecherin am Montag bestätigte.

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