Abschied von Fußlappen Russische Armee führt nach 300 Jahren Strümpfe ein

Bislang musste jeder russische Rekrut lernen, wie man die Portyanki genannten Fußlappen richtig wickelt. Das ist nun vorbei: Der Verteidigungsminister führt Strümpfe ein.

(Foto: AFP)

Jeder Rekrut in der russischen Armee musste bislang lernen, wie man die Fußlappen richtig wickelt. Doch nach 300 Jahren dürfen die Soldaten demnächst Socken tragen.

Schluss mit den Fußlappen: Nach 300 Jahren führt die russische Armee Strümpfe ein. Das Verteidigungsministerium hat die traditionellen Fußlappen abgeschafft und den Soldaten reguläre Socken verordnet.

"Bis Ende 2013 müssen wir das Wort 'Fußlappen' vergessen", sagte Ressortchef Sergej Schoigu der Zeitung Komsomolskaja Prawda zufolge.

Zar Peter I. hatte die Portyanki” (портянки) genannten Stoffstreifen Anfang des 18. Jahrhunderts eingeführt, weil sie im rauen Klima angeblich besser geeignet waren als Strümpfe. "Die Ära dieser archaischen Fußbekleidung ist vorbei", sagte Minister Schoigu.

Die Versorgung aller Stützpunkte mit Strümpfen bis Jahresende werde aber schwierig, hieß es. Viele Kasernen stünden "fern der Zivilisation".