Er war ein Meister im Entkommen - bis jetzt: Die Polizei hat den flüchtigen Mafia-Boss Giuseppe Setola gefasst.

Der flüchtige Mafia-Boss Giuseppe Setola ist zwei Tage nach seiner spektakulären Flucht durch einen Geheimtunnel nun doch gefasst worden. Der 38-Jährige war am Montag ganz knapp seiner Verhaftung entgangen - er verschwand durch die Kanalisation.

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Führte die Carabinieri jahrelange an der Nase herum: Der Mafia-Boss Setola entkam der Polizei zuletzt durch diesen Abwasserkanal. (© Foto: dpa)

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Die italienische Polizei nahm Setola am Mittwoch in Mignano Montelungo in der Nähe von Neapel fest, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Setola steht auf der Liste der gefährlichsten Mafiosi Italiens.

Ehemalige Mafiosi bezeichnen Setola als "Schlächter" oder auch als "Psychopathen". Der Todesschütze gilt als der Kopf des Blutbads von Castel Volturno. In dem Ort nordwestlich von Neapel waren Mitte September sechs afrikanische Einwanderer und ein Italiener von der Camorra erschossen worden.

Der Mafia-Boss war den Fahndern am Montag durch die Abwässerkanäle von Trentola Ducenta, rund 20 Kilometer nördlich von Neapel, entwischt. Überwachungskameras am Eingang seines Verstecks hatten den Camorra-Boss alarmiert.

Die Beamten fanden lediglich die Bücher vor, mit denen sich Setola die Zeit vertrieben hatte. Unter anderen hatte der Mafioso eine Ausgabe von "Auf, lasst uns gehen" gelesen - die Erinnerungen des 2005 verstorbenen Papstes Johannes Paul II. an seine Zeit als Bischof von Krakau.

Setola war seit Frühjahr 2008 flüchtig, als er aus einem norditalienischen Hospital geflohen war. Schon damals führte er die Carabinieri an der Nase herum: Er hatte vorgetäuscht, dass er erblinde, um in ein Privatkrankenhaus gebracht zu werden, aus dem eine Flucht leichter zu organisieren war.

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(dpa/AFP/hai/sekr)