Von Hans Kratzer und Armin Greune

Während die Nation gebannt auf den zugewanderten Braunbären "Bruno" blickte, verschwand ein Wolf nahe der stattlichen Villen am Starnberger See von der Bildfläche.

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Wilder Wolf in der sächsischen Lausitz Foto: ddp

Eines Tages war er von Italien aus nach Norden aufgebrochen. Er war ein Einzelkämpfer und schlug sich recht und schlecht durch den Alpenhauptkamm und das flache Land, und vielleicht hätte er irgendwann sogar seine Artgenossen in Sachsen erreicht. Doch dann fand er Ende Mai auf einer Landstraße bei Pöcking im Landkreis Starnberg ein unrühmliches Ende.

Der erste Wolf, der nach 150 Jahren in Oberbayern auftauchte, wurde von einem Auto überfahren und getötet. Während die ganze Nation gebannt auf den ebenfalls zugewanderten Braunbären "Bruno" blickte, verschwand der Wolf ganz in der Nähe der stattlichen Villen am Starnberger See von der Bildfläche, ohne dass jemand Notiz von ihm nahm.

Der spektakuläre Vorgang wurde erst jetzt bekannt, ein halbes Jahr nach dem Unfall. Genetische Untersuchungen an der Universität Lausanne haben ergeben, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, der aus einem in den italienischen Alpen lebenden Rudel stammt.

Kein Interesse an weiterem Medienrummel

Offenbar hatte das Bayerische Umweltministerium kein Interesse daran, dass das im Voralpenraum als ausgestorben geltende Raubtier einen weiteren Medienrummel auslöst:

Die untere Naturschutzbehörde Starnberg wurde angewiesen, die Öffentlichkeitsarbeit dem Ministerium zu überlassen. "Das Umweltministerium hat die Geschichte an sich gezogen", sagt ein Sprecher des Starnberger Landratsamts.

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